Rontu und Rontu-aru
Zitat aus: Scott O`Dell´s  Insel der blauen Delphine, Kapitel 15: „In den Nächten als Ghalas-at noch stand, drangen sie (Die Hunde) bis ins Dorf vor und tagsüber  lungerten sie stets in der Nähe herum. Wir hatten damals beschlossen sie alle umzubringen, doch dann kam das Schiff und unser Stamm verließ die Insel für immer. Wenn das Rudel frecher wurde, so lag dies zweifellos an  seinem Anführer, dem großen grauen Hund mit dem dichten Nackenfell und den gelben Augen.
Ich hatte diesen Hund früher nie gesehen. Niemand in Ghalas-at hatte ihn je gesehen.Wir vermuteten, dass er mit den Alëutern gekommen und von ihnen zurückgelassen worden war, als sie wieder absegelten. Er war viel größer als unsere Hunde, die ein kurzhaariges Fell und braune Augen haben. Wir zweifelten nicht daran, dass er ein Alëuterhund war.“

Die erste Begegnung 
Karana hatte sich fünf Pfeile geschnitzt und ihre Speere ausgebessert. Danach war sie zu der Höhle der Hunde gelaufen und hatte im Höhleneingang Feuer gelegt. Sie legte sich auf die Lauer und wartete auf die Flucht der Hunde. Schon nach einer Weile kamen die Ersten aus der Höhle gerannt, doch ein großer Teil war noch in der Höhle. Doch etwas später kam auch der Anführer heraus gerannt. Karana schoss einen Pfeil ab, der ihn in der Brust traf. Während sie zwei weitere Hunde tötete, machte sich der Anführer aus dem Staub. Karana fand auf einem Trampelpfad einen abgebrochenen Schaft des Pfeils, der den Anführer verwundet hatte und wenig später auch ungleichmäßige Spuren des Hundes im Sand und lief diesen Spuren nach, bis es dunkel wurde. An den nächsten zwei Tagen konnte sie auch nicht weiter suchen, da es stark regnete. Als Karana am dritten Tag weiter suchte, waren die Spuren des Hundes verwischt. Trotzdem fand sie ihn, völlig durchnässt und schon fast tot, auf der anderen Seite eines Steinhaufens. Der zerbrochene Pfeil steckte noch in seiner Brust. Karana kletterte auf den Steinhaufen und zielte mit einem Pfeil auf den Hund, doch sie schoss den Pfeil nicht ab. Der große graue Hund lag unter ihr und bewegte sich nicht, das war vielleicht der Grund. Wäre der Hund aufgestanden, so hätte sie ihn sicher umgebracht. Schließlich ließ sie ihren Bogen sinken. Sie ging zu dem Hund und hob ihn auf. Sie trug ihn zu sich nach Hause.

Rontu
Der Pfeil der den Hund verwundet hatte, hatte nur eine kleine Spitze und Karana zog ihn vorsichtig heraus und reinigte die Wunde mit den Geschälten Zweigen des Korallenbusches . Die Beeren dieses Busches sind giftig, die Zweige aber heilen viele Wunden.  Am Anfang hatte Karana noch viel Angst vor demHund, sie schlief nachts auf einem Felsen, doch sie brachte dem Hund jeden Tag etwas zum Fressen. Eines Tages, als Karana etwas früher vom Fischen kam, stand der Hund nicht wie sonst immeram Walfischrippenzaun, und sie rief :“Hund, Hund!“ und lief in ihr Haus. Der Hund lag in der Hütte auf dem Boden. Da Karana ihn ab da an nicht mahr nur „Hund“ nennen wollte, gab sie ihm einen Namen.Er sollte Rontu heißen, was in Karanas Sprache „Fuchsauge“ bedeutet.
Karana beschäftigte sich viel mit Rontu, erst jetzt merkte sie, wie einsam sie vorher auf der Insel der blauen Delphine gewesen war. Sie Sprach auch oft mit Rontu und er sah sie immer so an, als hätte er alles verstanden, dabei verstand er nichts.
Rontu und Karana waren zusammen um die Insel herumgefahren, hatten die schwarze Höhle im Hohenfelsen entdeckt, hatten den Riesenteufelsfisch zusammen erlegt und vieles, vieles mehr. Im ca. 18 Sommer starb Rontu Karana begrub ihn auf der Bergkuppe. Sie legte ihm einen Korb voll Sandblumen und einen Stock dem er gerne nachgerannt war, wenn Karana ihn weggeworfen hatte mit in sein Grab.
 
 

Rontu-aru
Einmal im Sommer hatte Karana einen Hund gesehen der Rontu glich, Nur war er ein bisschen kleiner. Sie wollte ihn mit Schlingen aus Robbensehnen fangen, doch beim Erstenmal erwischte sie nur andere Hunde. Beim Zweitenmal rührten die Hunde die Köder nicht an. Dann kam Karana auf die Idee, das Trinkwasser der Hunde mit einem Schlafmittel zu versehen. Die Hunde tranken das Wasser und nach einer Weile schliefen sie fest. Karana suchte sich den Hund aus, brachte ihn zu sich nach Hause und band ihn mit einem Lederband an eine Walfischrippe. Schon bald wurden die beiden Freunde und Karana überlegte sich lange einen Namen für ihn,dann nannte sie ihn Rontu-aru. Wenn Rontu-aru manchmal an der Landzunge Möwen jagte, dann vergaß Karana oft, dass es nicht Rontu war.
Mit Rontu-aru an ihrer Seite erlebte Karana das Erdbeben und am Schluss die Ankunft der weißen Männer.
Ohne Rontu und Rontu –aru wäre Karana viel verlassener gewesen.
Zur Übersicht
nächste Seite