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Ein Monat in den USA

Bericht zum Schüleraustausch
2016 nach Oregon/Wisconsin







Ein Monat in den USA

Am Samstag, dem 23. April 2016, ging für 25 Schüler der Dreieichschule ein ereignisreicher Monat in den USA zu Ende. Gemeinsam mit dem langjährigen Organisator Herrn Windmöller, der den Austausch mit der Oregon High School vor mittlerweile 26 Jahren ins Leben rief, und Frau Petavrakis haben sie nicht nur ein vom dortigen Deutschlehrer Herrn Dyer zusammengestelltes Programm genossen, sondern auch mit ihren gleichaltrigen Gastgebern typische amerikanische High School-Kurse besuchen oder mit den Gastfamilien selbstständig das Amerika des mittleren Westens erkunden können.



Zu den offiziellen Programmpunkten zählen dabei traditionell Besuche bei den örtlichen „Sehenswürdigkeiten“ des 10.000-Seelen-Städtchens Oregon, zu denen neben der „village hall“ (Rathaus) und den Polizei- und Feuerwehrstationen beispielsweise auch ein sehr beachtlicher buddhistischer Tempel gehört – idyllisch umgeben vom Weide- und Ackerland des als „Dairy State“ bekannten Wisconsin (Käse- und Milchstaat).

                                                           
In der nur etwa 10 Meilen entfernten Hauptstadt des Bundesstaates Wisconsin, Madison, hatten die Schüler dann bei einem Besuch im Kapitol sogar die Möglichkeit, dem zuständigen Senator Miller ihre Fragen persönlich zu stellen. Da das Treffen ausgerechnet am Vortag der zu diesem Zeitpunkt in Wisconsin anstehenden Vorwahlen stattfand, wurde diese einmalige Möglichkeit natürlich rege genutzt, zumal jede Art von Wahlkampf in den USA heftig umworben und umkämpft ist.



Aber auch Unterhaltung und Sport gehören zur amerikanischen Kultur, und so sollten diese auch nicht zu kurz kommen. So sangen die deutschen Schüler in Milwaukee im gigantischen Baseball-Stadion der Milwaukee Brewers zu Spielbeginn die amerikanische Nationalhymne mit, und während des knapp dreistündigen Spiels fand sich auch für jeden genug Zeit, das obligatorische Hot Dog zu verspeisen. Ein neuer Programmpunkt und Highlight für viele war dann auch „the tunnel“, durch den die heißumjubelten Footballspieler der Green Bay Packers ihr Heimstadion in Green Bay (ca. 100.000 Einwohner) Lambeau Field mit unglaublichen 80.000 Sitzplätzen betreten.



Bei wunderschönsten Frühlingswetter und Temperaturen bis 30 Grad war dieses Jahr unser langbewährtes Picknick mit Football- und Frisbeespielen im State Park über dem Tal des Mississippi eine weitere großartige Art, Amerikas „great outdoors“ kennen zu lernen.
An anderen Tagen, die schon mal mit Schnee und Temperaturen um die 10 Grad die andere Seite des amerikanischen Frühlings zeigten, waren aber auch die weniger wetterabhängigen Aktivitäten gerne genutzte Angebote.
So bietet beispielsweise die örtliche Polizei seit mehreren Jahren fast allen Teilnehmern des Austausches die Möglichkeit, an einem 2-stündigen „police ridealong“ teilzunehmen, bei welchem die Schüler mit den diensthabenden Polizisten Streife fahren können.



Auch in den Schulen der Gegend sind die deutschen Schüler fast schon eine Attraktion, die in diesem Jahr von unglaublichen 23 Lehrern und Lehrerinnen für ihren Unterricht „gebucht“ wurden, um ihre in Deutschland vorbereiteten Präsentationen zu Themen wie Langen, Frankfurt, deutscher Geografie und Geschichte oder Freizeit für Jugendliche für amerikanische Schüler zu halten oder einfach deren Fragen zu beantworten. Bei insgesamt 77 Präsentationen kamen dabei dieses Jahr so unterschiedliche Fragen wie „Stimmt es, dass man auf der Autobahn keine Tempolimits hat?“ (High School Schüler) über „Wohin würdet Ihr uns empfehlen, in Deutschland zu reisen, wenn wir die Möglichkeit bekämen?“ (Viertklässler) bis „Welches Haargel benutzt du?“ (Zweitklässler) zustande, welche unsere Präsentatoren alle bravourös meisterten.


Dies lässt sich auch für die an der Oregon High School alljährlich im Frühjahr stattfindende „Fine Arts Week“ sagen, einer Woche, in der die verschiedenen kreativen Gruppen der Schule jeweils eine Schulstunde lang die Möglichkeit bekommen, ihre Ergebnisse auf der großen Bühne der Schulöffentlichkeit zu zeigen, und in der seit mehreren Austauschen auch die deutsche Austauschgruppe ihren festen Platz hat. Auch in diesem Jahr reihte sich der deutsche Auftritt mit mehreren Pianisten, Sängern, Gitarrist und Tänzern wieder blendend in die amerikanischen Tanz-, Musik und Theaterauftritte ein und wurde dafür immer wieder mit typisch amerikanischem tosendem Applaus belohnt – auch wenn die Präsentatoren auf der Bühne vor etwa 600 High School Schülern bei PowerPoint-Folien, die plötzlich keine Bilder mehr zeigten, ihr Improvisationstalent zeigen mussten: „Stellt euch einfach eine seeehr alte Kirche vor...“ (zur Langener Stadtkirche).

                                                        
Ihr breitgefächertes Interesse zeigte die Gruppe auch bei verschiedenen Besuchen in den Betrieben der Umgebung, die seit Jahren als Möglichkeit angeboten werden, um auch die amerikanische Arbeitswelt etwas kennen zu lernen: Einige besuchten einen Reitstall, während andere die Fertigungshallen eines metallverarbeitenden Betriebes in Oregon begehen durften oder im lokalen Fernsehsender kurze Interviews oder Videoclips drehten.



Schließlich ist kein USA-Austausch der Dreieichschule komplett ohne den Besuch in der „nur“ 2-3 Schulbusstunden entfernten Metropole Chicago an den Ufern des Michigansees, und so war dies auch der krönende Abschluss des diesjährigen Aufenthalts. Die Stunden zwischen Abfahrt kurz nach 6 Uhr morgens und Rückankunft in Oregon kurz vor Mitternacht wurden gut gefüllt mit einem Besuch im Chicago History Museum, einem typischen amerikanischen Lunch mit Hot Dogs Chicago style oder Burgern, einer Bootstour entlang der beeindruckenden Skyline Chicagos inklusive Trump-Tower, Fotostops bei der berühmten Chicago-„Bohne“ im Millenium Park und beim Adler Planetarium, einem erstem Höhepunkt (im wahrsten Sinne) auf dem Skydeck des Willis Tower mit Glasböden und Blick über ganz Chicago und einem zweiten beim Einkaufen an der Michigan Avenue.

                                                         
Ergänzt durch die vielen Ideen der Gastgeber, welche unsere Schüler von Indianer-Zeremonien bis zu Shoppingerlebnissen in der Mall of America in Minneapolis, Minnesota (6 Stunden Autofahrt entfernt!), von Wanderungen an den vielen Seen der Gegend bis zu Broadway-Musicalaufführungen mitten in den Kornfeldern Wisconsins führten, bot auch dieser Austausch einmal mehr 25 Schülern der 9. bis 11. Jahrgänge der Dreieichschule vielfältige Möglichkeiten, die USA mit ihrer Sprache, Natur und Kultur für sich zu entdecken.
Nun freuen wir uns umso mehr auf den Rückaustausch der amerikanischen Gruppe vom 21. Juni bis 11. Juli 2016. (Text: I. Petavrakis)

    WebCo,  25.04.2014