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Lesetipps:
Austausch: Übersicht

Unsere Schüler lernen
   Polen kennen (Zweite Fahrt)


Erster Schüleraustausch mit Polen: Gemeinschaftsprojekt von Dreieichschule und
Adolf-Reichwein-Schule
(Erste Fahrt)









Dritte Fahrt nach Polen:
BERICHT  ZUM  BESUCH  IN KODRAB 26. 9. - 6. 10. 2007
Die dritte Runde

Holger WindmöllerUnser Austauschprogramm mit dem Gymnasium Kodrab in Offenbachs Partnerkreis Radomsko/Polen ging in die dritte Runde; nach 2005 und 2006 machte sich vor den Herbstferien  die mit 18 Schülern bisher größte Gruppe auf die nächtliche Busreise in das südliche Zentralpolen.


Eine kleine Tradition wurde damit schon begründet - und ein Erfolg versprechendes Konzept bestätigt, denn das Interesse an unserem EU-Nachbarland steigt beständig an. Die allgemeinen Informationen zu diesem Programm können den Berichten über die vorherigen Fahrten entnommen werden, hier werden Eindrücke und Beobachtungen von dieser aktuellen Reise weitergegeben
.

(Fortsetzung)

Die Gruppe
Gruppenphoto in Breslau

Photos: 2 - 7

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2 (links): Sinja Endner zeigt ihre Reitkünste.
3 (in der Mitte): Felicitas Rohde dreht ihre Runden auf dem Reiterhof Napoleonów.
4  (rechts): Kennenlernparty mit Tanz und Lagerfeuer


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5 (links): Johannes Lutz pariert erfolgreich einen Ball im Volleyballmatch.
6 (in der Mitte): Jens Nörtemann, Malte Cordts, Martina Schittko, Felicitas Rohde (v.l.) schauen im Chemieunterricht dem Lehrer zu.
7 (rechts): Amelie Riedle präsentiert eine Matheaufgabe mit dem poln. Schüler Adrian Kubik.

Kennenlerntag, Einblick in das Schulleben, Powerpoint-Präsentationen


Es gibt einen Kennenlerntag für die polnischen und deutschen Schüler auf einem Reiterhof mit dem schönen Namen „Napoleonów“, dem eine Ferienanlage angeschlossen ist. Reiten, Grillen, Lagerfeuer eröffnen viele Möglichkeiten, erste Gespräche zu führen, die Verteilung auf die Gastgeber kann so in angenehmer Atmosphäre erfolgen.


Der Einblick in das Schulleben ist für uns sehr vielfältig.
An drei Tagen können wir Unterricht in Polnisch, Kunst, Musik, Englisch, Chemie, Mathe, Wirtschaftskunde erleben. Die Stunden werden speziell auf die Gäste zugeschnitten, d.h. es wird viel in Gruppen gearbeitet, alle Anweisungen liegen auch in deutscher Sprache übersetzt vor, die polnischen Lehrerinnen haben hier, wie in allen anderen Bereichen, hervorragende Arbeit geleistet. Natürlich gibt es auch einen Sporttag mit einigen Mannschaftswettbewerben.


Die deutschen Schüler bieten im Gegenzug Powerpoint-Präsentationen, die noch zu Hause erstellt wurden, zu den Besichtigungszielen. Voraussetzung für das Gelingen ist einfaches, klar gesprochenes Deutsch, so dass die polnischen Schüler dem Vortrag folgen können. Unsere Schüler der Kl. 10 können dies sehr gut.  Auch eine Geschichtsstunde als Vorbereitung des Auschwitz-Besuchs wird eingebaut
.

(Fortsetzung)

Photos: 8 - 11
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8 (links): Lehrerin Beata Siewior erklärt die Regeln der Wirtschaftssimulation.
9 (in der Mitte): Simone Kaczmarek malt ein Freundschaftsbild im Kunstunterricht.
10 (rechts): Katharina  Richter, Linda Dobben, Laura Großheimann (v.l.) zeigen uns, wen man im Rathaus besuchen kann, z.B. den Bürgermeister (Wójt).

Polen modernisiert sich


Polen modernisiert sich immer mehr, Wirtschaftsleistung, Kaufkraft und Warenangebot wachsen, das Erscheinungsbild der Innenstädte passt sich rasant an.


Manche Schüler vollführen Freudensprünge, als sie in Krakau H&M entdecken. Das goldene „M“ für den kleinen Hunger zwischendurch muss nirgends mehr großartig gesucht werden, die Versorgungsdichte für Fastfood-Fans ist ausreichend groß und die Schüler-Standardfrage : „Halten wir bei Mäckes ?“ gehört zum unabwendbaren Ritual eines jeden Ausfluges.


Geht der Charme der kulturellen Eigenständigkeit in Polen verloren? Zum Glück nicht, denn als in der Schulküche einige polnische Gastmütter „Bigos“ zubereiten, dass traditionelle Eintopfgericht mit Kartoffeln, Fleisch und Sauerkraut, herzhaft und äußerst schmackhaft, findet dies höchstes Wohlgefallen bei den Jugendlichen
.

(Fortsetzung)

Photos: 12 - 17
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12 (links): Katharina Richter und Linda Dobben (beide außen) mit Gastgeberinnen
13 (in der Mitte): Clara Küsters, Katharina Kostka, Sinja Endner, Isabelle Wellhöfer, Janine Belz (v.l.) in Tschenstochau.
14 (rechts): Besuch in Breslau
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15 (links): Janine Belz und Clara  Küsters geben ein Interview für das Fernsehen.
16 (in der Mitte): Führung in der Gedenkstätte Auschwitz
17 (rechts): Die Gruppe legt Blumen auf das Gleis der Todeszüge.
Breslau, Krakau, Vernichtungslager Auschwitz, Tschenstochau

Unsere Ausflüge bieten den Schülern so manche touristische Highlights und großstädtisches Shopping-Flair mit „angesagten Läden“ (siehe oben) aber auch Angebote für kulturelle, geschichtliche, politische Einsichten, welche in Polen eventuell mit größerer Brisanz behaftet sind als in anderen Nachbarländern.

In Breslau bewundern wir die grandiose Altstadtkulisse, bemerken, dass bekannte deutsche Bürger der Stadt wie Dietrich Bonhoeffer und Ferdinand Lassalle (wieder) auf Gedenksteinen (teilweise in deutscher Sprache) geehrt werden, sehen aber auch die mit Stolz präsentierte jüngste polnische Geschichte in Form riesiger Plakatwände in der ganzen Stadt mit Motiven aus der Kampfzeit der Gewerkschaft Solidarnosc.

Krakau zeigt ebenfalls prächtige Altstadtfassaden, studentisches Leben mit unzähligen Cafés und den selbstbewussten urbanen Lifestyle der „heimlichen Hauptstadt Polens“.

Aber nur eine Stunde entfernt erleben wir das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz mit dem zynischen „Arbeit macht frei“- Spruch über dem Eingangstor und der Todesfabrik Birkenau im Hintergrund. Eine sehr gute auf die Altergruppe abgestellte Führung (wie bei allen Ausflügen) in deutscher Sprache bringt den Schülern das Grauen näher, am Ende legen sie auf dem Eisenbahngleis an der Selektionsrampe im Rahmen einer Gedenkminute Blumen nieder. Mit Sicherheit wurde hier ein großer Schritt getan in Richtung Bewusstwerdung .

Zu erwähnen ist auch der Besuch im katholischen Wallfahrtszentrum „Jasna Góra“ in Tschenstochau, immerhin ist die dort in Form einer Ikone verehrte „Schwarze Madonna“ seit 1717 offiziell „Königin von Polen“. Während der Führung in der Kirche geraten wir direkt in eine prachtvolle Hochzeitszeremonie, reihen uns (aus Versehen) fast in die Schlange der Gläubigen vor einer langen Reihe von Beichtkabinen ein und erleben auf dem riesigen Vorplatz Hunderte von Jugendlichen in Jeans und T-Shirts, die andächtig einer Messe lauschen. Es sind die Abiturienten des neuen Jahrgangs, die hundert Tage vor ihren Prüfungen für das Gelingen beten.

(Fortsetzung)

Photos: 18 - 20
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18 (links): Simone Kaczmarek, Julia Heckert, Thomas Schäfer (v.l.) in der Jugendherberge in Krakau
19 (in der Mitte): Die polnischen Schülerinnen bereiten in der Jugendherberge das Abendessen zu.
20 (rechts): Allen schmeckt’s.
Kleine Ereignisse am Rande

Die großen Ausflüge erhalten die größte Aufmerksamkeit, die kleinen Ereigniasse am Rande dürfen aber auch nicht verloren gehen.

Wir haben immer schönes, mildes Spätsommerwetter - nur einmal gibt es einen Wolkenbruch, als die polnischen Schüler ihren Gästen die Kreisstadt Radomsko zeigen. Keiner hat Regenzeug dabei, aber die Gastgeber kaufen und schenken den deutschen Jugendlichen Regenschirme - das kommt sehr gut an.

An einem Vormittag besuchen wir das Rathaus in Kodrab und werden vom Bürgermeister empfangen und mit Schokoriegeln überhäuft. Richtig interessant wird es, als er uns im Trauzimmer unter Zuhilfenahme zweier Frei-williger aus der deutschen Gruppe eine Trauzeremonie vorführt und sogar seine Amtskette anlegt
.

Die Gruppe der polnischen Schüler
Das Bild oben zeigt die Gruppe der polnischen Schüler


In der Eingangshalle der Schule erleben wir an jedem Morgen große Hektik und Aufgeregtheit. Die neuen Schuluniformen werden verkauft und anprobiert - es herrscht eine Atmosphäre wie bei einer „Sale“-Aktion im Warenhaus. Die Uniform besteht aus einer Jeansjacke. Alle Polen diskutieren engagiert, ob die Auswahl die richtige sei - auch unsere Schüler bilden sich ihre Meinung !

So vergeht die Zeit wie im Fluge. Das Fernsehen kommt am letzten Tag, die Schüler malen Freundschaftsbilder, offizielle Geschenke und Reden werden ausgetauscht, die Politiker sind wieder präsent. Schließlich sitzen wir alle wieder im Bus nach Frankfurt. Es war ein aufregender, interessanter, lehrreicher Aufenthalt, wir freuen uns auf den Gegenbesuch im Juni 2008.


Dies sind die deutschen Teilnehmer : Janine Belz, Malte Cordts, Linda Dobben, Sinja Endner, Laura Großheimann, Julia Heckert, Sebastian Heer (Adolf-Reichwein-Schule), Simone Kaczmarek, Katharina Kostka, Clara Küsters, Johannes Lutz, Jens Nörtemann, Katharina Richter, Amelie Riedle, Felicitas Rohde, Thomas Schäfer, Martina Schittko, Isabelle Wellhöfer; Frau Schippert-Asli (Adolf-Reichwein-Schule), Herr Windmöller als Lehrer
.

Großer Dank geht an die Gastgeber und an die polnischen Lehrerinnen Aneta Anuszczyk, Renata Olczyk, Beata Siewior und ihre Schulleiterin Frau Jadwiga Spalka. - sie haben ihre Sache großartig gemacht.

gez.: Holger Windmöller

Webteam, 1.11., 11.11.2007