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Übersicht: Datenschutz


Einleitung
„Facebook will das ganze Ich“ – ein lesenswerter Artikel in der taz,  dessen Titel die Sache auf den Punkt bringt, zur aktuellen Offensive von Facebook alle Daten einzusaugen. Inzwischen gibt es auch eine Sonderseite zu Facebook.

Eine gute Sammlung von Pressemeldungen über Facebook und einzelne Fälle, die zu Klagen führten, sowie Links auf TV-Berichte gibt auf der Website der Initiative eines österreichischen Studenten, der von Facebook eine Sammlung sämtlicher Daten über ihn wollte und eine Überraschung bekam:Link
Friend finder

Rückblick auf die Problematik friend finder – keineswegs Schnee von gestern
Ende 2010 wurde Facebook mit der Drohung einer Klage seitens der Bundesregierung dazu gebracht, sein Ausspionieren der Adressendateien der Facebook-Mitglieder mittels des friend finders einzustellen. Siehe dazu die Informationen auf den Seiten des Virtuellen Datenschutzbüros:
http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=4563
http://www.datenschutz.de/news/detail/?nid=4652
sowie auf FAZ.Net:
http://www.faz.net/artikel/C30923/datenschutzluecke-spionieren-mit-facebook-30003907.html
Über das Abkommen siehe auf Supportnet:
http://www.supportnet.de/newsthread/2356716

Worum ging es?

Die Forderungen der Regierung, denen Facebook zunächst zugestimmt hat, reagierten auf zahlreiche Meldungen an den Bundesdatenschutzbeauftragten über die Praxis des friend finder bei Facebook, darunter auch die Meldung des Datenschutzbeauftragten der Dreieichschule. Ausgerechnet mich wollte eine ehemalige Schülerin von mir als Freund für ihr Facebook-Net einladen.

Das tat sie natürlich nicht selbst und wusste gar nichts davon, bis ich ihr das gemailt habe. Bei ihrer Anmeldung hat sie Facebook ihre gesamte Adressenliste auf dem Computer durchsuchen lassen, wonach Facebook offenbar alle eingeladen hat. Ich bekam dann eine Einladung, mit der auch Hinweise auf andere Facebook-Nutzer verbunden waren, die ich kannte, die aber in keinerlei Bezug zur Dreieichschule stehen. Das heißt, dass Facebook auch deren Adressenlisten durchforstet hat und so Verbindungen mit vollen E-Mail-Adressen zwischen Leuten inner- und außerhalb Facebooks herstellen kann.

Dass dies nun unterbunden werden soll, ist vermutlich nur ein Augenblickserfolg des Datenschutzes, denn ob dies angesichts der neuen Offensive von Facebook, alles von den Nutzern einzusaugen, dabei bleibt, darf bezweifelt werden.

Kein social, sondern ein commercial network

Wer bei Facebook mitmacht, muss von diesen Praktiken wissen und die Konsequenzen bedenken. Das „social network“ ist keine menschenfreundliche Einrichtung, die die Welt verbessern will, sondern ein kommerzielles Unternehmen, das über 400 Mio $ pro Jahr verdient, so die Bilanz von 2010. Womit? Nicht nur mit der offenen Werbung, sondern natürlich auch und vor allem mit der Weitergabe der Daten seiner Nutzer… – und jetzt will Facebook „dein ganzes Ich“.

Der Hinweis auf spätere Konsequenzen des Facebook-Lebens, wenn man nämlich einen Arbeitsplatz sucht und der Arbeitgeber das Web nach Informationen über den Bewerber durchforscht, wird von Schüler/innen oft belächelt. Sie meinen, es gehe nur um dumme Partybilder usw. Es geht aber nicht nur darum, ob jemand mal in alkoholisiertem Zustand fotografiert im Internet auftaucht.

Firmen müssen besonders auf den Datenschutz achten, schon zu ihrer eigenen Sicherheit, und ein nachweislich sorgloser Umgang mit seinen eigenen privaten Daten ist für einen Bewerber somit alles andere als eine Empfehlung. Da nützt es dann auch nichts, wenn man beim Bewerbungsgespräch beteuert, dass der Datenschutz wichtig sei…

Mobbing

Mobbing und Beleidigungen sind auch in Facebook strafbar!
Gang und Gäbe sind offenbar in diesem unsozialen Netzwerk auch Beleidigungen aller Art. Das Internet suggeriert Freiheit, doch so frei ist das nicht. Für Beleidigungen online gilt auch das Strafrecht und es hat bereits Urteile von Geldstrafen bis Gefängnisstrafen für besonders schwere Fälle gegeben – und zwar international. Da der Autor der Beleidigung identifiziert ist oder werden kann und muss, wenn es eine Klage gibt, ist er vor strafrechtlicher Verfolgung keineswegs geschützt.

Aktuell

Facebook unterliegt jetzt einer strengen Datenaufsicht in den USA. „Wenn die Firma nicht endlich die Privatsphäre ihrer Kunden schütze, drohen ernste Folgen“, berichtet die taz.

Dr. Geiger, Webteam, September/Dezember 2011