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Lesetipps:
Deutsch: Übersicht
Faust kreativ (2)









Faust kreativ (1)







> Wer, was, wann, wo?
> BILD(Zeitungs-) Artikel (Claudia)
> Klassik für Angeber (Goenke)
> Interview mit Philipp Schams + ein besonderes Reclamheft
> Faust als Comic (Jessica)
> Die kreativen Köpfe
> Gebrauchsinformation (Rina)
Wer, was, wann, wo?
Nachdem sich mein Leistungskurs, Jgst.13, gewohnt ernsthaft und intensiv mit der Pflichtlektüre „Faust“ auseinandergesetzt hatte, sollte eine kreative Arbeit – mit einem Augenzwinkern- den Abschluss bilden. Nach eineinhalb Jahren Arbeit mit meinem Kurs war mir bewusst, dass die Qualität der Arbeiten oft sehr hoch ist.

Mit einer solchen Vielfalt an Ideen und witzigen Varianten hatte ich jedoch trotzdem nicht gerechnet. Um zumindest einen Teil der Arbeiten allen zugänglich zumachen, entschieden wir uns deshalb für diese Veröffentlichung.

Ausgewählt haben wir in Teil 1:
einen „Zeitungsartikel“ von Claudia Seiffert
Klassik für Angeber; Sprüche für alle Lebenslagen von Gönke Zabel
Faust als Comic (Ausschnitte) von Jessica Grimmeisen
eine Gebrauchsinformation von Rina Prass
Teil 2:
eine Gebrauchsinformation von Franziska Piel
eine Neufassung der Reclam Ausgabe von Philipp Schams
Faust als Puppenspiel von Leo Hansen
Faust für Anfänger von Maike Moritz

gez. Beate König
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BILD (Zeitungs-) Artikel
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Hochschulprofessor (60) zerstört das Leben seiner 14-jährigen Geliebten!

Mutter und Bruder ermordet, Kindsmord und Todesstrafe

Der 60-jährige Hochschulprofessor, Dr. Heinrich F. aus Frankfurt am Main, wollte endlich nach lebenslanger Enthaltsamkeit und intensivem Studium der Wissenschaften das süße Leben erfahren und seine Triebe ausleben. Er geriet an den zwielichtigen Lifestyle Berater Herr M. (Alter unbekannt), welcher ihm seine Dienste kostenlos zur Verfügung stellte, jedoch auf einen Vertrag bestand, der wie folgt aussah: Wenn Herr F. von seinem neuen Leben begeistert sein wird und keine Wünsche mehr offen sind, wird er auf ewig M.s Gehilfe sein müssen (ohne Vergütung und Urlaub selbstverständlich!).

Die erste Station seines neuen, genußgeprägten Lebens führte das Duo in die Münchner Nobeldisco „P1“, welche dem Akademiker aber im Gegensatz zu seinem „Wishmaster“ weniger zusagte. Um bei den Frauen besser anzukommen, riet Herr M. eine rundum Schönheitsoperation durchführen zu lassen und auf aphrodisierende Mittel zurückzugreifen.


Gesagt getan. Gleich am Abend darauf traf Heinrich F. auf die Arbeitslose Margarete (14), die nach einem Disco-Aufenthalt auf dem Weg nach Hause war. Er versuchte sich sofort an sie heran zu machen und flirtete heftig, was die junge Halbwaise aber abblockte. Von ihrer Zurückweisung nur noch mehr angeturnt, ließ der Professor von Herr M. Schmuck im Wert von 10 000 Euro klauen und deponierte es in der Wohnung seiner Angebeteten.

Die Mutter des unschuldigen Mädchens jedoch, brachte den Schmuck zur Polizei. Da Herr F. jedoch sehr besessen von der Minderjährigen war, ließ er erneut Schmuck besorgen, womit er sie nun endgültig für sich gewinnen wollte. Der Lifestyle Berater arrangierte ein geheimes Treffen in einem Frankfurter Hinterhof, bei dem sich der Doktor und das Mädchen näher kamen. Heinrich F. zieht sich daraufhin in ein Waldstück zurück, er will seine Geliebte nicht wieder sehen, da es keine Zukunft für die beiden geben kann.


Jedoch steigt die Begierde in ihm wieder auf und Herr M. motiviert ihn, die Beziehung weiter zu führen. Um ungestört eine Liebesnacht miteinander verbringen zu können, besorgte der von Augenzeugen als „diabolisch“ beschriebene Berater ein tödliches Serum, das Margarete, unwissend über die Wirkung, ihrer Mutter (38)verabreichte.

.....
Das Paar hatte hemmungslosen Sex im Kinderbett des Mädchens, die Mutter wurde am nächsten Morgen tot in ihrem Bett aufgefunden. Der 20-jährige Bruder der Minderjährigen erfuhr von der Affäre und es kam zu einem Schusswechsel zwischen ihm und Herr F., der für den jungen Mann tödlich endete.

Inwiefern Herr M. in den Kampf verwickelt war, ist noch nicht geklärt. Margaretes Verdacht auf eine Schwangerschaft bestätigt sich, sie flüchtet sich in eine Disco, wo sie unter starken Gewissensbissen zusammenbricht. Währenddessen befinden sich der Vater des Ungeborenen und sein Berater in Berlin auf der Loveparade.

Die beiden verbringen dort exzessive Tage. Die durch den Drogenkonsum ausgelösten Halluzinationen zeigen Herr F. seine Geliebte, dies löst Schuldgefühle bei ihm aus. Völlig verkatert und pleite beschuldigt der verjüngte Professor seinen kriminellen Drahtzieher, das Unglück Margaretes verschuldet zu haben. Dieser weist jedoch alle Vorwürfe von sich, er habe lediglich F.s Wünsche ausgeführt.


Das Duo klaut einen Maserati 4200 GT Spyder, mit dem es, jegliche Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreitend, zum Hochsicherheitsgefängnis in Frankfurt rast. Dort befindet sich das 14jährige Mädchen. Margarete wurde wegen des Mordes an ihrer Mutter, an ihrem Bruder (Herr F. und Herr M. konnten nicht zweifellos als Täter identifiziert werden, deshalb beschuldigte man das Mädchen) und wegen des Mordes ihres neugeborenen Kindes zum Tode verurteilt. Herr M. half dem Professor in die Zelle der auf die Hinrichtung Wartende einzudringen. Herr F. wollte ihr zur Flucht verhelfen.

Die junge Mörderin war jedoch in der Zwischenzeit wahnsinnig geworden und erkannte ihren Geliebten erst nicht. Als sie ihn jedoch identifiziert hatte, fiel sie ihm in die Arme, war jedoch nicht gewillt mit ihm zu fliehen. Sie wusste, dass sie ihrer Schuld nie entkommen könnte und erkannte in Herr M. den kriminellen Betrüger.


Laut Zeugenberichten soll eine Stimme, wahrscheinlich die des Herrn höchstpersönlich, die spirituelle Rettung des jungen Mädchens verkündet haben. Nichtsdestotrotz starb die Verurteilte am 5. September 2005 gegen 17 Uhr durch die Giftspritze.
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Klassik für Angeber: Kluge Sprüche für jede Lebenslage
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In der Schule - Kontere Lehrern:

Wenn man die Antwort auf die Frage eines Lehrers nicht weiß, empfiehlt sich folgendes Zitat:

„Lässt sich Natur der Schleier nicht berauben, und was sie deinem Geiste nicht offenbaren mag, das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und Schrauben“.


Im Alltag - Kontere Dummschwätzern:

Gegenüber Angebern anzuwenden, um zu demonstrieren, dass sie Blödsinn reden.

„Wie nur den Kopf nicht alle Hoffnung schwindelt, der immerfort an schalem Zeuge klebt, mit gier´ger Hand nach Schätzen gräbt und froh ist, wenn er Regenwürmer findet“.



In der Liebe - Zeige dich charmant gegenüber Frauen.
Die richtige Wortwahl, um Frauen zu schmeicheln:

„ Ist´s möglich, ist das Weib so schön? Muss ich an diesem Leibe den Inbegriff von allen Himmeln sehen? So etwas findet sich auf Erden?"
Interview
> mit Philipp Sebastian Schams
> In welchem Rahmen wurde deine Arbeit erstellt?

Nachdem wir Faust in der Schule besprochen hatten, bekamen wir eine kreative Aufgabe zum Faust, in der es uns freigestellt war, wie wir diese umsetzten.

Es gab schon direkt nach der ersten Veröffentlichung des Urfaust heftige Kritiken, Karikaturen, Spottschriften und Verhöhnungen. Genau dieses bildete die Grundlage für unsere Aufgabe. Somit war es und freigestellt, ob wir schriftlich oder bildlich den Faust in die Mangel nehmen wollten.

> Wo liegt der Berührungspunkt zu Goethes Faust?

Der Faust ist schwer zu verstehen, wenn man kein Hintergrundwissen hat und sich nicht zwischen die Zeilen denken kann. Deswegen kam mir die Idee, den Faust zu interpretieren, was jedoch nie enden würde, da die Themen auf jede Zeit übertragbar sind.

Aus diesem Grund habe ich eine interpretierende Zusammenfassung geschrieben, um mit Ironie anderen den Faust schmackhaft zu machen. Natürlich habe ich mich nach Herzenslust über den Typus Faust lustig gemacht, da dieser sein ganzes Streben auf ein Ziel richtet und alle Mittel in Kauf nimmt und letztendlich das Ziel doch nicht erreicht.


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> Alles original oder was?


Generationen von Schülern kennen sie, die 15x10cm großen Reclamheftchen:
Gelb, handlich, günstig im Preis und bevorzugte Schullektüre.

Bei diesem Exemplar ist Vorsicht geboten, deshalb Achtung, denn nur der aufmerksame Betrachter sieht:

Hier begibt sich Philipp Sebastian auf den Spuren von Johann Wolfgang.
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> Hat dich Goethes Faust inspiriert oder eher nicht?
Goethes Faust hat auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Man kommt um eine Inspiration fast gar nicht mehr herum, weil das Buch so viele Parallelen zum heutigen Leben hat und trotz des Alters noch topaktuelle Themen behandelt, wie Kindesmord, Kritik an der Gesellschaft und der Kirche.

Man mag es kaum glauben, aber Faust ist meiner Meinung nach das beste Buch, das wir gelesen haben. Faust ist Inspiration pur, wie man an den vielen Ideen im Kurs sehen kann.
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Faust als Comic (Ausschnitte)
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von Jessica Grimmeisen (im Bild unten, 2. von links in der mittleren Reihe)
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> Die kreativen Köpfe

hinten: Nathalie Lorenz, Jasmin Ruppel, Gönke Zabel, Claudia Seiffert, Janina Böcherer, Celine Erami, Franzi Piel, Dayana Bossert.

Mitte: Rina Prass, Jessica Grimmeisen, Kathi Grimm, Maike Moritz, Frau Beate König;
vorne: Jörn Wilhelm, Philipp Schams, Leo Hansen
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Gebrauchsinformation Faust
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> von Rina Prass Lieber Anwender/in!
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Dramas beachten sollten.
Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Deutsch(LK)lehrer oder an einen einseitig vorbelasteten Germanisten.

Zusammensetzung:
-3 „Präludien“ : Zueignung, Vorspiel auf dem Theater und Prolog im Himmel
- Gelehrtentragödie
- Gretchentragödie

Darreichungsform:
- Reclam: 135 Seiten
- Schwarz auf Weiß
- Versform, kleiner Prosateil
- Kleingedruckt, handlich
- Szeneneinteilung

Wirkungsweise:
- Denkanstoß
- altertümliche Tragödie mit aktuellem Zeitbezug

Hersteller:
Goethe, ein viel beschäftigter Lebemann, der in Faust, an dem er ewig (60Jahre) arbeitete, Geschehnisse seiner Zeit mit einbezieht und deutlich autobiographische Teile eingearbeitet hat


Anwendungsgebiet:
- Zur Horizonterweiterung aller Altersklassen
- Zwangsliteratur in der Schule

Gegenanzeigen:
- Kritik
- Neider

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise:
- Nicht anwenden, unter Einfluss von Drogen- und/oder übermäßigem Alkoholgenuss
- Nicht anwenden, in Depressions- oder Melancholiephasen
(Selbstmordgefahr, Satanismus und Realitätsverlust)

Wechselwirkungen mit anderen Mittel:
- leichteres Verständnis mit Lektüreschlüssel
- Erweiterung der Information und Interpretationsmöglichkeiten durch Sekundärliteratur
- Erkenntnis der Problematik durch Berücksichtigung der historischen Ereignisse und der Biographie Goethes
Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung:
- mindestens einmal im Leben, besser zweimal in kurzem Zeitabstand
- empfehlenswert erneute Anwendung mit erhöhter Lebenserfahrung, da Perspektivwechsel/ -änderung oder –erweiterung möglich

Anwendungsfehler und Überdosierung:
- kein Interesse oder Ignoranz (keine Ahnung haben, nie gelesen, aber trotzdem ablehnend urteilen)
- nach erster Seite weglegen

Nebenwirkungen:
- Denkanstoß (zum Beispiel über die eigene Person und die Gesellschaft)
- Erkennen der Entwicklung und den Einfluss der Gesellschaft
- Die Veränderungen der Zeit wahrnehmen.
- Überwindung der Borniertheit
- Reflexionsgefahr
- Ablegen der Scheuklappen -> Erweiterung des Blickwinkels

Haltbarkeit:
- unbestimmt!
- bis die Menschen aufhören, ihr Gehirn zum Denken zu Nutzen
- oder ihr Interesse an „Altertümlichem Kram“ vollkommen verloren geht.
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Webteam, 26.02.2006