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Lesetipps:
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Lyrik des Expressionismus
Abend in der Großstadt









> Einleitung
> Das Leben besteht hier nur aus Leere ...
> Abend in der Großstadt
> Dunkle Ecken, der Boden ganz verrotzt ...
> Die U-Bahn dunstet in die Nacht ihren Duft ...
> Mitten in der bretien Menschenmasse ...
> Die Häuser bilden einen dunklen Tunnel ...
Florian S., Schüler des GK Deutsch und Mitglied im Webteam:
Im Rahmen einer kreativen Unterrichtseinheit sollten die Schüler aus der Jahrgangsstufe 13 des Deutsch-Grundkurses von Frau Augustin ihr eigenes Gedicht mit Reimschema unter der Überschrift "Abend in der Großstadt" entwerfen. Hier eine kleine Auswahl der gelungensten Kreationen.


Im Bild: Marco Schleyer, Katharina Seidler, Laura Vornhagen, Max Rühl, Lisa Hilgers

Alle Gedichte liegen in einer Sonettform vor, d.h. zwei vierzeiligen Strophen (Quartetten) folgen zwei dreizeilige Strophen (Terzette).
Das übergeordnete Thema lautete "Lyrik des Expressionismus".


Das Leben besteht hier nur aus Leere
Laura Vornhagen

Laura

Das Leben besteht hier nur aus Leere,
Denn es gibt nur Hoffnungslosigkeit und Wut.
Und ich frage mich, wie es bloß wäre
Gemeinsam zu leben, wäre das gut?

Ich sehe die Menschen, wie sie sich drängen,
In Fußgängerzonen, aufs Kaufen bedacht.
Der einzelne Mensch verliert sich in Mengen,
Was ist das, was Menschen wirklich ausmacht?

Das lebendige Treiben wird nun Stille,
Das bisschen Geborgenheit Isolation.
Ist das unser Leben? War's das wirklich schon?

Den traurigen Alltag verdrängt der Wille
Doch etwas zu ändern und wär es die Sicht,
Denn am Ende des Tunnels bleibt meist das Licht!

Abend in der Großstadt
Abend in der Großstadt
Bild von Katharina Seidler

Dunkle Ecken, der Boden ganz verrotzt
Max Rühl

Max


Dunkle Ecken, der Boden ganz verrotzt,
In Schwarzen Pfützen Neonlicht pulsiert.
Und während ein Hund 'nen Kerl attackiert,
Krakeelt ein Penner, der auf die Straße kotzt.

Die Szene ist unschön und doch gegeben,
Ähnlich der nächsten, gerade ums Eck,
Dort wo ein Kind verletzt liegt im Dreck,
Lebt auf der Straße, Drogen sein Leben.

Völlig benebelt wollt es gerade dealen,
Der Kunde schien harmlos, gar vornehm.
Doch er zog ein Messer und raubte es aus.

Passanten ziehn vorbei, lieber nur schielen.
Helfen will keiner, ist nicht ihr Problem.
So ist die Großstadt, für manche ein Graus.

Die U-Bahn dunstet in die Nacht ihren Duft
Lisa Hilgers

Lisa

Die U-Bahn dunstet in die Nacht ihren Duft.
Konzert aus fernem Hupen und Gesängen
Von Obdachlosen, bunte Haare drängen
Zu Leuchtreklame, Abgas in der Luft.

Durch die verkalkten Adern dieser Stadt,
Vorbei an Dreck fließt zäh ihr Blut aus Stahl.
Von Kaugummis bedeckt der Grund, egal
Der Müll, die Scheiße auf dem Weg, ein Bad.

Schwimmst du im Chaos, irrst dich immer wieder
Wie viele, die im Licht der Straßenschluchten,
In grauen Steinen und Beton sich suchten.

Die unsichtbaren Sterne grinsen böse
Durch Smog auf dich herab, auf deine Größe.
Und endlich sinkst du bleich und müde nieder.
Mitten in der breiten Menschenmasse
Katharina Seidler

Katharina
Mitten in der breiten Menschenmasse,
Dicht gedrängt geschubst im bunten Grau,
Schaufenster stellen sich grell zur Schau,
Bitten die Geblendeten zur Kasse.

Reklame, Angebote, Werbung,
Führen Willige in Kaufhallen,
Menschen finden dort schnell Gefallen,
verweilen in heller Umgebung.

Wird's langsam dunkel in der Stadt,
Die Läden schließen die Kunden nun aus,
Jeder eilt, will nun rasch nach Haus.

Die Menschen haben es nun satt
ohne die hellen Lichter und die Läden
Kann ihnen die graue Straße nichts geben.
Die Häuser bilden einen dunklen Tunnel
Marco Schleyer

Marco
Die Häuser bilden einen dunklen Tunnel,
Die Straße getaucht in dunkles Licht,
Ein Gedränge wie im Zelt auf dem Rummel,
Die vielen Menschen versperren die Sicht.
 
Die Wege sind gehüllt in einen Dampf,
Der quellend entweicht aus den Fenstern.
Die Nase zieht sich zu gleich an einem Krampf.
Die Menschen laufen gleich Gespenstern.
 
Die Füße fügen sich an schwarzen Asphalt,
Der rollt wie eine tödliche Walze,
Die überrollt Wald und Wiese völlig kalt.
 
Es erstreckt sich doch grün in all der Trist
Eine Parkanlage mit offenen Pforten,
Die mich empfangen ohne Frist.
Florian, Webteam, 5.2. + 9.2.2009