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Lesetipps:
Deutsch: Übersicht



1. Einleitung
Yvonne WalterNachdenklich machende, philosophische, aber auch lustige Texte haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum kreativen Schreiben zu Beginn des Schuljahres 2008/09 im Deutschunterricht verfasst.

„Kreatives Schreiben“ gründet auf der Auffassung, dass unter entsprechender Anleitung, zum Beispiel durch unterschiedliche Schreibmethoden, jeder Mensch in der Lage ist, eigene poetische oder philosophische Texte zu verfassen.


Kreatives Schreiben ist längst Teil der Lehrpläne und bis zum Abitur hin wird von den Schülerinnen und Schülern heute verlangt, sich nicht nur analytisch mit Texten auseinanderzusetzen, sondern auch die eigene Kreativität ins Spiel zu bringen, entweder um Textvorlagen kreativ zu deuten oder um textunabhängig eigene Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen.


Solche verschiedenen Schreibmethoden haben die Neuntklässler nun zum ersten Mal ausprobiert. „Viele der entstandenen Texte sind sehr beeindruckend“, so Deutschlehrerin Yvonne Walter, die es sehr schade fände, wenn diese Texte in den Schulheften in Vergessenheit gerieten. Sie hat daher einige der Texte ausgewählt, um sie auf der Homepage der Dreieichschule einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
9a

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a stellen ihre Texte auf dieser Seite vor, geben einen Einblick in die gewählte Schreibmethode und Auskunft darüber, welche Erfahrungen sie mit dem kreativen Schreiben gemacht haben. Sie wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit den entstandenen Geschichten – und eventuell beim Verfassen eigener Texte!

2. Kreatives Schreiben: die Methoden
> Automatisches Schreiben
Die Methode des automatischen Schreibens haben die französischen Surrealisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts für sich entdeckt. Die Entdeckung des Unbewussten zu dieser Zeit löste bei den Dichtern und Malern den Wunsch aus, dieses Unterbewusste beim Malen und Schreiben festzuhalten und ihm dichtend und malend Ausdruck zu verleihen.

Klar war, dass das bewusste Denken dabei ausgeschaltet werden sollte. Dementsprechend gilt bei der Methode des automatischen Schreibens, dass alles auf das Papier gebracht wird, was dem Schreibenden gerade so durch den Kopf geht, ungefiltert von jeglichem kritisch- beurteilendem Denken.


Daher gilt hier als einzige Regel, dass der Stift über einen bestimmten, zuvor festgelegten Zeitpunkt, nicht abgesetzt werden darf und alles, wirklich alles, was einem gerade durch den Kopf geht, auch aufgeschrieben werden muss.


Ein bestimmter Satzanfang wird vorgegeben, dann wird aufgeschrieben, was auch immer dem Schreibenden durch den Kopf geht – wenn der Kopf leer ist, wird der Satzanfang so lange wiederholt/ bzw. Kringel auf das Blatt gezeichnet, bis bestimmte gedankliche Bilder auftauchen.


Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a haben in dieser Weise drei Minuten ununterbrochen geschrieben, als Satzanfang war „Ich denke“ vorgegeben. Einige haben ihre Texte anschließend überarbeitet.
> Schreiben nach Gegenständen
Das Schreiben nach Gegenständen, verknüpft mit der Methode des kreativen Schreibens, war eine weitere Schreibart, die die Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtsreihe ausprobiert haben.

Aufgabe war es, einen bestimmten Gegenstand auszusuchen, diesen genau zu betrachten und dann zehn Minuten lang, möglichst ohne kritische Reflexion, aufzuschreiben, was einem beim Betrachten dieses Gegenstandes durch den Kopf geht, was der Gegenstand für das eigene Leben bedeutet, warum der Gegenstand interessant ist, welche Rolle er für den Schreibenden oder die Schreibende spielt.
> Schreiben nach Bildern
Die Neuntklässler haben eine Bildvorlage von dem surrealtistischen Künstler Salvador Dali („Erscheinung der Stadt Delft“, 1935-1936) erhalten und den Auftrag erhalten, eine Geschichte zu schreiben, die erklärt, wie es zu der auf dem Bild dargestellten Situation gekommen ist.

Auch das Schreiben nach Bildern ist eine beliebte Methode des kreativen Schreibens.
3. Texte: Automatisches Schreiben
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Puzzleteil

Lonnie Rupprich

Ich denke an ein Puzzleteil, da es viel beinhaltet. Ein Puzzleteil an sich ist eine schnöde Sache, aber setzt man jetzt mehrere Puzzelteile zusammen, dann entsteht ein Bild, hmmm, ja stimmt, Tee, mein Hals tut weh, aus unseren Träumen. Schenkt man jetzt so ein Puzzleteil und hat noch eins, dann entsteht ein Bund! Oder?

Ja ja, Puzzleteile, so klein und so eine Macht! Wenn ich  jetzt an ein Puzzleteil denke, dann denke ich an ein, hmmmmm, was jetzt…völlige Leere, jetzt streng dich doch mal an….silbernes in der Sonne glänzendes Stück! Es hat eine Vertiefung und eine Erhebung!

Für jeweilige Teile, die daran passen! Was für Motive hat das Schenken eines solchen Puzzelteils?...Jaaa, ok, hmmm …Liebe? Zusammenhalt? Verbundenheit? Schmerz? Ein kleines Puzzleteil! So viele Eindrücke! Wenn das nur bei einem Puzzleteil ist ? Wie ist es dann mit der Welt? Mystery!

Oder einfach nur unser Leben?
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Puzzleteil (überarbeitete Version)

Lonnie Rupprich

Ein zusammen gesetztes Puzzle ist gleich zu betrachten wie ein Steinstrand! Das eine Puzzelteil perfektioniert das Puzzle zu einem ganzen! Der eine Stein, der dann fehlen würde, würde die Einzigartigkeit dem Strand nehmen.

Das Puzzelteil ist ein Zeichen des Zusammenhalts. Es vereint so viel, ist jedoch so ungenau! Was für ein Zeichen ist es noch, sollte man es positiv nehmen? Sollte man es negativ nehmen? Ich glaube, eine Antwort darauf ist, den Menschen als Individuum zusehen! Ihn als eine eigene Art an sich zu sehen!

Jeden einzelnen Menschen an sich, wenn wir diesem Gedanken folgen, könnten wir auf 1000 (und mehr) Antworten kommen! Für mich ganz speziell steht das Puzzelteil, für ein unausgesprochenes und unbegreifliches Wort: „ Ich liebe dich!“ Ich selbst sehe mich nicht anders, als ein Puzzle, das unvollständig ist, unperfekt und so menschlich!!! Und doch kommt immer, wenn ich eine neue Person kennenlerne, ein neues dazu!

Manchmal ist es klein, manchmal ist es groß! Aus vielen kleinen wird ein Großes! So sitze ich hier und schreibe meinen Text! Ein Puzzleteil an meinem Hals erinnert mich jeden Tag daran! Liebe, Sehnsucht, Zusammensein, absolute Macht, Abhängigkeit! Es ist klein und silbern, manchmal scheint es so, als ob es alles Licht, was unheimlicher Weise immer wieder passiert, widerspiegelt!

Als ob es mehr ausdrücken möchte, mir etwas sagen wollte: „(Ich liebe dich, du bist mein Leben....)“. Es ist so klein, aber ich bin ihm verfallen, genauso wie seiner Schenkerin! So klein und so viel Macht! Mystery! Oder einfach nur das Leben eines Menschen? 
4. Texte: Schreiben nach Gegenständen
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Ein Foto

Nina Hagenmüller

Das Foto zeigt eine Schulklasse- meine Klasse. Meine alte Klasse. Sie gehört nicht mehr zu mir. Es ist schon lange her. Wir, die Kinder, sind größer als ich in Erinnerung hatte, sind älter und erwachsener geworden, haben uns auseinander gelebt.
Ich hatte sie lange nicht mehr gesehen. Das Bild war an meinem letzten Tag bei ihnen entstanden, wenige Stunden vor unserem Abflug zurück nach Deutschland. Die Ferien waren vorbei gewesen.
Eine Kunstlehrerin hatte es gemacht, sie hatte rote Haare gehabt, knallrote.

Es war die letzte Stunde gewesen, im Hintergrund steht der Schulbus, gelb, mit einer Aufschrift, die ich nicht lesen kann, da Büsche und Sträucher sie verdecken.
Alle schauen fröhlich in die Kamera, doch wenn ich es mir anschaue, wird mir klar, dass es das letzte Mal war, dass ich sie alle gesehen habe, die Klasse an sich und in dieser Form, sie wechselt jährlich.
Inzwischen ist das Bild fast zwei Jahre alt. Es gibt viele, die ich nicht kannte, die neu dazugekommen waren nachdem ich weggezogen war. Die Kunstlehrerin war eine von ihnen.

Ich kniee hinter meiner besten Freundin, man sieht mich kaum. Sie war einmal viel kleiner als ich gewesen, doch auf dem Bild hat sie meine Größe. Das war lange her.

Ich schaue das Bild an und weiß, dass ich nicht mehr dazugehöre. Sie alle nahmen mich, so wie ich kam, aber es war anders. Ich gehörte nicht mehr zu ihnen wie früher. Ich war aus ihrem Leben verschwunden gewesen, aus den Augen, aus dem Sinn. Sie waren immer in meinen Gedanken gewesen.


Es war nicht mehr so wie zuvor, bevor ich sie verlassen hatte. Es würde niemals mehr so werden, dafür war zu viel passiert, die Zeit hatte alles verändert.
Ich stelle das Bild wieder zur Seite. Die zehn Minuten Zeit zum Schreiben sind um.
Jetzt steht es in der Ecke meines Schreibtischs. Ich sehe es noch ein letztes Mal an.

Es macht mich traurig.

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Der Taschenrechner

Ivan Navdaev

Vor mir liegt ein Taschenrechner. Er sieht ein bisschen alt aus, doch ist er erst ein Jahr alt. Seine Bezeichnung ist Texas Instruments TI-30X IIS. Er hat sehr viel gekostet, 25€. Ich hatte vor einem Jahr schon so einen, der mir in der 6ten Klasse  von meinem Mathematik-Lehrer Herr Boos geschenkt wurde. Aber den habe ich verloren. Damals gab es richtig Ärger zu Hause, aber schließlich wurde mir ein neuer gekauft.

Er hat einen hellblauen Deckel und der Korpus ist dunkelblau. Auf der Innenseite des Deckels ist mein Name eingeritzt. Er hat 44 Tasten, 69 Funktionen, denn einige der Tasten sind doppelt belegt. Er ist solarbetrieben, braucht also keine Batterien. Einmal habe ich ihn in der Schul-Kantine vergessen. Ich wurde zuhause fast gelyncht. Ich musste um 17:00 nochmals in die Schule und ihn suchen. Ich mag diesen Taschenrechner, obwohl er nur einer von 5 ist, die ich besitze. Er hat mir bei vielen Arbeiten geholfen...
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Treffdiscounteistee

Thomas Padberg

Leckerster Eistee, den es gibt. Ich trinke mindestens 2 Kanister pro Woche.
Er kostet 45 Cent.

Morgen gucken Chris, Leo, Ciarán und ich einen Film und trinken dabei Eistee…
Pfirsich schmeckt besser als Zitrone.
Früher schmeckte der Eistee noch besser…
Pfirsich hat einen Fruchtgehalt von 3%, aber Zitrone hat nur 1%.
Früher habe ich Lipton Eistee getrunken, aber der ist zu teuer.
Lecker…

Ich habe bestimmt weitaus mehr als 50 Euro dafür ausgegeben.
Wahrscheinlich bin ich total überzuckert.
7.9g Zucker pro 100ml Eistee…
Mit schwarzen  Tee-Extrakten.

Treffdiscount liegt im Oberlindener Einkaufszentrum.
Ciarán und Leo sammeln die Deckel der Eisteekanister.
 

5. Texte: Schreiben nach Bildern
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Gewitternacht

Rebecca Schneider

Es donnerte, ein Blitz erhellte den Raum! George saß auf dem schmalen Bett auf dem Dachboden seines Großvaters und betrachtete die Bücher im Regal ihm gegenüber. So wunderschöne Bücher. Die meisten waren in Leder gebunden, rot, braun oder weiß, groß oder klein. Langsam erhob sich der kleine Junge und trat vor das beige Regal. Mit zitternden Händen zog er ein Buch mit einem besonders schönem Einband heraus. Er wusste selber nicht, warum er so aufgeregt war, doch er bekam weiche Knie.

Er betrachtete das rote Buch, das schwer in seiner Hand lag. Langsam durchblätterte er es mit seiner freien Hand. Doch es war leer!...Leer? Ja, nichts, kein Wort war hinein geschrieben worden. Da erst fiel George auf, dass es sich um ein Album handelte. Etwas Weißes flatterte zu Boden, als er die letzte Seite umblätterte. Er bückte sich, um das Papier aufzuheben. Es war ein Bild, ein Gemälde, das schrecklichste und furchteinflößendste Bild, dass George je gesehen hatte.

Die Initialen am unteren Bildrand waren die Initialen seines Großvaters. Er schaute wie gebannt auf das Bild, so dass er laut aufschrie, als ihn jemand an der Schulter berührte. Er wirbelte herum. Vor ihm stand sein Großvater. Er blickt freundlich und ernst zugleich auf seinen Enkelsohn hinunter. „Was...was hat das zu bedeuten, Großvater“, stammelte der Junge. „Setz dich mein Kind, setz dich“, erwiderte der Großvater „kannst du nicht schlafen?“ „ Großvater, wie könnte ich bei einem solchen Gewitter schlafen? Aber sag, was hat dieses Bild zu bedeuten? Du hast es gemalt, nicht wahr?“ Der alte Mann seufzte. „ Also gut mein Junge. Hör mir gut zu, ich möchte dir eine Geschichte erzählen.


Es geschah vor vielen Jahren, ich war damals erst 25, in einer Stadt viele Kilometer von hier entfernt. Ein Ball war angekündigt worden. Am dritten Sonntag im Juni sollte er ausgetragen werden. Auf den Straßen von Arcason, so, mein Junge, hieß die Stadt, herrschte ein geschäftiges Treiben. Vorbereitungen wurden getroffen. Die Schneider arbeiteten Tag und Nacht, Schmuckhändler regierten die Stadt und aus dem ganzen Land waren Gaukler gekommen, die zu Ehren ihrer Majestät für Unterhaltung sorgten. Der Qualm der Feuerschlucker verhüllte die Gassen in Nebelschwaden und die Seiltänzer, die viele Meter über dem Boden ihre Kunststücke zeigten, ließen der Menge am Boden den Atem stocken. Das Beeindruckendste war jedoch das Schloss.


Es war mit Blumenranken, Fahnen und Girlanden verziert und ragte mit seinen vielen Zinnen majestätisch aus der Mitte der Stadt empor.  An jenem Abend, es war der dritte Sonntag im Juni, war also das gesamte Volk anwesend. Es wurde getanzt und gelacht, musiziert und geredet, doch jeder Einzelne hegte nur einen einzigen Wunsch: die königliche Hoheit zu sehen. Sie war wunderschön. So jung und so schön. Sie trug ein langes blaues Kleid aus Brokat, bestickt mit Sapphiren und mit einer goldenen Schleife um ihre Taille. Ihre braunen Locken hatten die Zofen kunstvoll hochgesteckt und mit goldenen Klammern verziert. Die Menge fing an zu jubeln, als ihre Königin ihrem Volk mit einem freundlichen Lächeln zuwinkte.

Das Herz eines jeden Untertanen gehörte schon lange ihrer Majestät. Das Volk liebte sie, und sie liebte das Volk. An jenem Abend jedoch fuhr die Königin mit ihrem Chauffeur aus der Stadt. Sie sollte noch am nächsten Tag in ihrer Residenz in Lombra ankommen. Doch am nächsten Morgen berichtete ein Kurier, ein vornehmes Auto verunglückt am Straßenrand gesehen zu haben. Besorgt strömte das Volk aus den Toren der Stadt.

Und als man die ersten Schreie hörte und Tränen fließen sah, legte sich ein Schweigen über die Menge, das auf ewig halten sollte. Niemand wagte es je, die Königin aus dem  Auto zu befreien. Noch am selben Abend war die Stadt leer. Keiner der Bürger wollte ein Privileg besitzen, das ihrer Majestät nun nicht mehr zuteil werden konnte. Doch als Zeichen der Liebe wurde die schönste Kommode, die je in dieser Stadt geschreinert worden war, neben das Auto gestellt und jeder aus dem Volk legte einen Gegenstand für die Königin hinein, bevor sie sich in alle Himmelsrichtungen zerstreuten.

Zuoberst jedoch legte man ein weißes Tuch. Das Tuch des Friedens, worauf die Königin in Frieden ruhen möge. Nur drei Soldaten blieben zurück. Sie pflanzten einen Mandelbaum neben das Auto, einer von der Art, wie es sie im Schlossgarten gegeben hatte. Mit den Jahren verwuchs der Baum mit dem königlichen Auto und nichts blieb zurück als drei Soldaten, die ihre Majestät auf ewig beschützen würden.“


Es herrscht Schweigen im Raum. George betrachtete das Bild auf seinem Schoß, das Auto, den Baum, die Kommode und die drei Soldaten, die sein Großvater gemalt hatte. Diesen Ort der Traurigkeit - und es trieb ihm die Tränen in die Augen. „Großvater, das Bild ist so voller Traurigkeit“, sagte er nach einer halben Ewigkeit. „Ich weiß, mein Kind, ich weiß. Aber es ist ebenso gut ein Ort der Liebe“ seufzte der Großvater. George blickte in das Gesicht des alten Mannes: „Du warst auch dabei, nicht wahr, Großvater?“, fragte er leise. „Ja, das stimmt. Das ist das Bild, wie ich es damals sah. Außer dem Baum.“, erwiderte der Großvater. „Sag mir nur eines, Großvater; was hast du damals in die Kommode gelegt?“. „Eine rote Rose!“, entgegnete der alte Mann. An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken.

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Der Krieg des Irrealen

Miriam Bäuerle

Die Stadt des Irrealen, da, wo all das Irreale lebt, was sich kein Mensch der realen Welt je vorstellen könnte. Versteckt hinter einem Vorhang aus Efeu und für das menschliche reale Auge unauffindbar. Hinter diesem Vorhang aus Efeu herrscht seit mehr als 1000000 Jahren Krieg, vielleicht schon länger, doch man hat aufgehört zu zählen. Doch nun scheint der Krieg dem Ende zugeneigt und eine Stadt schon längst verlassen. Doch kann man noch Stadt sagen? Der Roboter schickte in all seiner Wut, die sich in den ganzen Jahren ansammelte, einen Laiserstrahl ab, auf die Stadt, welche schlagartig zu schrumpfen anfing.


Was 100 Jahre unbemerkt blieb, da die Stadt unbewohnt war und bis heute noch ist. Drei Wächter versuchten dort zu leben, doch alles, was noch übrig ist, sind die Knochen von ihnen, zusammengehalten von Spinnenweben. Adromeda, die Hympfe, hatte damals die Wächter ausgesaugt, da sie allein in der Stadt leben wollte, doch auch sie ist nicht mehr.


Holzriesen versuchten ihr Glück und was noch übrig blieb, nachdem sie so schnell, wie es für einen Holzriesen eben möglich ist, weg rannten, ist eine alte Kommode, die auch nur zurückblieb, weil sie keinem der Holzriesen schmeckte. Doch warum flohen die Holzriesen? Jeder, der dort war, ließ immer eine Kleinigkeit zurück, doch auch dies weiß keiner, warum sie das taten. So auch ließ der Anführer der Riesen einen Kirschkern dort, woraus sich später ein Baum bildete, jedoch ohne Früchte und ohne Blätter. Einer der Müllschlucker stapelte ein Auto auf eben jenem Kirschbaum.

Alle wiesen ein komisches Verhalten auf, wenn sie diese Stadt betraten und änderten sich schlagartig, wenn sie aus der Abgrenzung dieser Stadt entflohen waren. Dies alles kann bis heute nicht beantwortet werden und es wird wahrscheinlich auch nie beantwortet werden können, da die irreale Welt doch eben eine Welt für sich ist und nur sie selbst kann alle Ungewöhnlichkeiten erklären, doch wird sie es nie tun.

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Die verlassene Stadt

Jeanne Martiner

Das Auto, es ist gefangen, genau wie der Rest der Stadt, es rührt sich nichts. Vor nicht allzu langer Zeit herrschte hier noch Trubel, Freude und Spaß, Kinder spielten auf der Straße und Feiern waren auf der Tagesordnung. Doch was ist passiert?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir 1000 Jahre zurückgehen, damals war Krieg, kein Lachen war den Bewohnern mehr zu entlocken. Die Stadt wurde von hunderten von Wärtern bewacht, doch alle starben, alle, die Stadt wurde vollkommen ausgerottet. Das, was zurückbleibt, sind die Knochen, die Skelette der Wächter. Die letzten noch lebenden Gestalten, waren drei Wärter, Wärter einer Kommode, der einzige noch unversehrte Gegenstand, doch wie kann man leben, wenn man verlassen und einsam ist?

Die Antwort ist, man kann es nicht, man geht zugrunde. Was hat es also mit der Kommode auf sich, sie, der einzige überlebende Gegenstand in einer Stadt, die vom Tod regiert wird? Man weiß es nicht, man wird es wahrscheinlich auch nie  in Erfahrung bringen können. Es wird immer ein düsteres und trauriges Geheimnis bleiben.

6. Interview
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Die Autoren und Autorinnen
über die Schreibmethoden
Welche Methode des kreativen Schreibens hast du für deinen Text angewendet? (Schreiben nach Bildern, automatisches Schreiben, Schreiben nach Gegenständen). Wie genau bist du vorgegangen, um den Text zu verfassen?


Lonnie Rupprich: Automatisches Schreiben und Schreiben nach Gegenständen.


Nina Hagenmüller: Ich habe mir das Bild angesehen und mir einen Satz ausgedacht, mit dem ich anfangen könnte. Zu diesem Satz fiel mir wieder etwas Neues ein, das ging dann eine Weile so, bis mir nichts mehr einfiel. Daraufhin sah ich mir das Bild nochmals an und versuchte es zu beschreiben, damit der Leser eine ungefähre Vorstellung davon bekommt, was auf dem Bild zu sehen ist. Ich habe nicht immer gründlich über die Sätze nachgedacht, sondern versucht, einfach zu beschreiben, was ich in diesem Moment für das Bild empfand.


Rebecca Schneider: Meinen Text habe ich mit Hilfe eines Bildes verfasst, zu dem die Geschichte passen sollte. Ich habe mir zunächst das Bild näher angeschaut, um Eindrücke und Details zu erfassen und versucht, mir die Situation auf dem Bild genau vorzustellen. Danach habe ich mir in Gedanken ein Konzept gemacht, von was mein Text ungefähr handeln soll und in welcher Weise das Bild einbezogen werden soll. Beim Schreiben habe ich meinen Gedanken freien Lauf gelassen und meine Ideen im Text noch etwas ausgefeilt.


Jeanne Martiner: Ich habe als Vorlage ein Bild verwendet.

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Schreiberfahrungen

Welche Erfahrungen hast du mit dieser Methode gemacht? Hat dir das Schreiben Spaß gemacht? Warum? Warum nicht? Was war gut? Was hat eventuell Schwierigkeiten bereitet?

Lonnie Rupprich: Mir wurde während des Schreibens bewusst, dass ich mir vorher zu oberflächlich Gedanken gemacht habe und ich mich noch viel mehr mit den einzelnen Gedanken beschäftigen muss. Es hat mir nicht so viel Spaß gemacht, weil ich lieber koordinierte Texte schreibe. Gut fand ich, dass ich durch das automatische Schreiben Ideen sammeln konnte, die ich jetzt in einem koordinierten Text verwenden kann. Beim automatischen Schreiben musste ich mich darauf konzentrieren, wirklich alles, was ich in dem Moment gedacht habe, aufzuschreiben und mir nicht nur einen Text aus dem Kopf zu ziehen.


Nina Hagenmüller: Ich hatte nie ausprobiert, einfach mal einen Text über einen Gegenstand zu schreiben und fand den Gedanken, das zu tun, doof. Nachdem ich allerdings angefangen hatte (und die Ideen nur so kamen), fing mir das Ganze an, Spaß zu machen und ich merkte, wie viel man doch über einen Gegenstand schreiben konnte.
Ich hatte lang nicht mehr über die im Text beschriebene Situation nachgedacht oder mich so intensiv damit beschäftigt, ich musste es ja nie jemandem so genau beschreiben. All das kam während des Schreibens wieder, alle Erinnerungen und Gedanken.

Manchmal hatte ich Schwierigkeiten, bei der Sache zu bleiben und schweifte mit den Gedanken ab, vergaß die Kringel zu malen oder weiter zu schreiben. Dadurch verlor ich viel Zeit. Andere Male wusste ich mich nicht auszudrücken und wartete so lange, bis mir eine vernünftige Formulierung kam.


Rebecca Schneider: Ich habe viel Spaß am Schreiben gehabt, da mich das Bild nicht allzu sehr beeinträchtigte, und ich   meinen  Ideen freien Lauf lassen konnte. Schwierigkeiten hatte ich eigentlich nur insofern, als dass ich alle Ideen, die ich hatte, in den Text einbringen wollte. Ich habe eine gute Erfahrung mit dieser Methode gemacht, da ich nicht begrenzt wurde.


Jeanne Martiner: Mir hat diese Methode viel Spaß bereitet. Meine Schwierigkeiten jedoch bestanden darin, dass ich viel zu viel über Sachen nachdenke und somit das automatische Schreiben des Öfteren unterbrechen musste.

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Lust auf mehr?

Hat dir das Schreiben des Textes Lust auf mehr gemacht? Möchtest du eventuell weitere Texte verfassen?

Lonnie Rupprich: Ja.

Nina Hagenmüller: Das Schreiben hat mir zwar Spaß gemacht, aber eigentlich möchte ich so einen Text nicht noch einmal schreiben, zumindest nicht freiwillig. Ich schreibe jedoch gerne Geschichten oder Romane, dafür habe ich jedoch auch ein bisschen mehr Zeit als zehn Minuten und muss nicht nur einen Gegenstand beschreiben.


Rebecca Schneider: Mir macht das Schreiben Spaß und ich denke schon, dass ich eventuell weitere Texte schreiben werde.

Jeanne Martiner: Im Unterricht hat es mir sehr viel Spaß gemacht und  ich hätte schon Lust, dies zu wiederholen. In meiner Freizeit, denke ich jedoch, hätte ich nicht die Zeit, von mir aus einen Text zu verfassen.

Y. Walter, Webteam, 28.11.2008