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Studienfahrt nach Weimar







> Wer, was, wann, wo?
> Tag 1
> Tag 2
> JEDEM DAS SEINE
> Schließlich waren wir am Tor angelangt ...
> Dies alles direkt zu sehen ...
Wer, was, wann, wo?
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Weimar ist eine sowohl im politischen (Weimarer Republik) als auch gesellschaftlichen (Weimarer Klassik) Bereich sehr bedeutende Stadt.



Fünfzig Schüler der Jahrgangsstufe 12 mit Frau Euler und Frau Hensel als Begleitpersonen besuchten vom 2.-3.4.09 für 2 Tage die berühmte Stadt in Thüringen und begaben sich auf die Spurensuche von Goethe, Schiller und der deutschen Vergangenheit
.

Tag 1

Nach einer ca. 3-stündigen Busfahrt ...

... mit sehr nettem Busfahrer kamen wir gegen Mittag in Weimar an. Hier gingen wir direkt in die Stadtmitte, wo wir uns in zwei Gruppen aufteilten. In diesen Gruppen besichtigten wir nun abwechselnd das Schiller- und das Goethehaus sowie den Wittumspalais. In letzteren beiden Häusern hatten wir eine interessante Führung, die allen Schülern sehr gefiel.
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So bekamen wir Einblick in die Lebensräume Goethes und Schillers, konnten zum Teil original erhaltene Räume besichtigen und erfuhren einiges über die Personen, sowohl im privaten als auch im öffentlichen und politischen Bereich.

Zwischen den einzelnen Besichtigungen entstanden kleine Pausen, die nicht optimal ins Programm passten. Doch das Wetter war sehr schön und mit dem Besuch des Stadtparks mit Goethes Gartenhaus, der Besichtigung des Stadtmuseums mit Ausstellung über die Weimarer Republik oder einem Rundgang durch Weimar wurden die Pausen sinnvoll genutzt.

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Gegen 7 Uhr kamen wir schließlich in der Jugendherberge an, wo wir unsere sauberen Zimmer bezogen und zusammen zu Abend aßen.
Der schöne und interessante Tag klang mit einem von den Schülern individuell gestalteten Abendprogramm, wie z.B. einem Spaziergang in die Stadt, aus
.

Tag 2
Nachdem wir uns alle gegen 8 Uhr ...

... zum Frühstück trafen, packten wir unsere Sachen und räumten unsere Zimmer auf.
Unser Bus holte uns um halb 10 ab und wir fuhren den ca. 20minütigen Weg bis hin zur Gedenkstätte des KZ Buchenwald.

Schon auf der Fahrt bekamen wir die ersten Grausamkeiten der NS-Zeit zu spüren. So fuhren wir auf der „Blutstraße“ bis hin zum Eingang der Gedenkstätte. Um diese Blutstraße herum standen früher Baracken der KZ-Mitarbeiter und auf ihr wurden die Gefangenen bis ins KZ getrieben.

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Schließlich waren wir am Eingang angelangt. Die Sonne ...

... schien genauso stark wie schon am Vortag und die großen Gebäude am Anfang des Areals waren gelb gestrichen.

% Das erzeugte bei uns ein paradoxes Gefühl, da wir doch wussten, was genau an diesem Ort vor 70 Jahren geschehen war.
Unser Vormittag in der Gedenkstätte Buchenwald begann mit einer Filmvorführung über das ehemalige KZ. Drei Überlebende berichteten über ihre Zeit als Gefangene. Es wurden original Bilder gezeigt und uns zutiefst treffende Erlebnisse berichtet.

In Einzelheiten beschrieben die Opfer von ihren Tagen und Erlebnissen im KZ, von den Krankheiten und dem immer vorherrschenden Gedanken an den Tod.

Uns wurde die erdrückende Wahrheit über die deutsche Vergangenheit bewusst. Für uns heute unvorstellbar, doch wer versichert, dass ein schrecklicher Vorfall wie die Jahre unter Hitlers Herrschaft nicht wieder vorkommen?
Genau aus diesem Grund waren wir heute in der Gedenkstätte Buchenwald.


Wir wollten uns aufklären lassen und somit die erneute Ausgrenzung einer kleinen Gruppe von Menschen nicht möglich werden zu lassen.
In zwei Gruppen hatten wir nach der Filmvorführung eine Führung von ca. 1,5 Stunden Dauer.


In Buchenwald sind nur noch wenige Gebäude des ehemaligen KZ vorhanden. Den Grund dafür erfuhren wir prompt: Buchenwald war nach dem 2.Weltkrieg unter die Führung der DDR gefallen, welche die Erinnerung an diese Zeit vernichten wollte und sehr viele Gebäude abreißen und zerstören ließ.


Das Haupttor des KZ mit den Folterbaracken daneben steht jedoch noch. Hier bekamen wir das Schicksal einiger Häftlinge erzählt und schauten uns alles genau an.

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Anschließend liefen wir über das Gelände des ehemaligen KZ wo wir schließlich in einem Nebengebäude an einem Modell die Ausmaße der Folterstätte zu sehen bekamen. Wo welche Gebäude gestanden hatten konnten wir danach besser nachvollziehen.


Zum Abschluss der Führung bekamen wir die grausamste und bedrückendste Einrichtung zu sehen: Das Krematorium mit den medizinischen Geräten, die für Versuche an den Häftlingen genutzt worden waren, ebenso die Öfen zur Verbrennung der Toten und eine perfide Tötungsmaschine, die Genickschussanlage, hinter einer Messlatte in einem Arztzimmer versteckt.

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Dies alles direkt zu sehen
...

... machte uns die Grausamkeit des NS-Regimes sehr bewusst.


Die Leiterin der Führung sagte zu Ende des Rundgangs einen sehr wichtigen Satz:

„Es ist wichtig, dass ihr euch anguckt, was in der deutschen Vergangenheit geschehen ist. Denn die Überlebenden der Zeit, die Zeitzeugen, sterben langsam aus. Dann gibt es niemanden mehr, der direkt darüber berichten kann, was in der Zeit von 1933-1945 geschehen ist. Um zu verhindern, dass die Geschehnisse in Vergessenheit geraten oder sich erneut wiederholen, ist Aufklärung unverzichtbar. Das ist eure Aufgabe.“


Wir schauten uns nach der Führung in Kleingruppen noch ein Museum an, in dem Häftlingskleidung, Uniformen, Fundstücke und Dokumente etc. aus der NS-Zeit ausgestellt waren.

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Gegen 13Uhr traten wir schließlich die Rückfahrt nach Langen an, im Gepäck eine Menge neuer Eindrücke und unverzichtbarer Erfahrungen.


Allen Schülern der Exkursion haben die 2 Tage in Weimar sehr gut gefallen und wir sind uns einig, dass die Fahrt nach Weimar fest für alle Schüler in ihre Schullaufbahn integriert werden sollte.



Bericht: Anjuli Kumar, Asra Nikfarjam, Kristina Kolitsch
Bilder: Markus Schrader
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Webteam, 27.5. 2009