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Außerschulische Lernorte: Übersicht



Außerschulische Lernorte - Die Saalburg









> Hintergründe
> Hier beginnt die Bildergalerie
> Anna + Chris kommen zu Wort
> Bildergalerie 2
> Das Mithrasheiligtum


Hintergründe
S. Klaar In der 9. Klasse des Lateinunterrichtes wird in einer längeren Unterrichtseinheit das Verhältnis der Römer und Germanen behandelt. Daher bietet es sich an, zum Abschluss des Projektes einen Tagesausflug zur Saalburg nach Bad Homburg zu unternehmen. Dort erwartet die Schüler ein  rekonstruiertes Römerkastell und ein Besuch des Limes.

In einer etwa eine Stunde dauernden Führung werden die Schüler in die Rolle eines römischen Soldaten der 22. Legion einer Mainzer Kohorte versetzt, der auf der Saalburg seinen Dienst verrichtet hat. Grundsätzlich kann man zwischen einer Führung innerhalb oder außerhalb des Kastells wählen.

Der Museumspädadoge, der sich auch in seiner Freizeit sehr mit den Römern beschäftigt und schon an einigen Aktivitäten der experimentellen Archäologie von Marcus Junkelmann teilgenommen hat, ging während seiner Führung besonders auf das alltäglich Leben der Soldaten auf der Saalburg ein.

Interessant war auch ein Spaziergang im angrenzenden Wald zum rekonstruierten Limes, wo der Museumspädagoge mit den Schülern die Schanzarbeit diskutierte.

Höhepunkt dieser Führung war sicherlich der Besuch des Mithrasheiligtums, das sonst für normale Besucher verschlossen ist.
Gez.: Sebastian Klaar, Lateinlehrer des Kurses



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Blick auf den Eingang zur Saalburg mit seiner lateinischen Widmung an Kaiser Wilhelm II., auf dessen Idee und Engagement die Rekonstruktion der Saalburg zurückzuführen ist.


Bild 1: Eingang
>Die Schülergruppe erhält einen informativen Einblick, wie das Leben eines römischen Soldaten auf der Saalburg ausgesehen haben könnte. Bild 2
> Hier wird den Schülern sehr anschaulich vermittelt, was man unter den verschiedenen Befestigungsarten verstanden hat. Am Beispiel der Schanzarbeit werden hier Wall und Graben (vallum fossaque) verdeutlicht.


Bild 8


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Im Folgenden kommen die Schüler Anna Pössniker und Chris Wenzel des Lateinkurses 10c/e von Herrn Klaar zu Wort, die ich zum Lehrausflug befragt habe:
Chris Anna


Warum sind wir auf die Saalburg gefahren?

Bei einer 3 wöchigen Stationsarbeit haben wir uns sehr stark mit dem Thema „Limes“ beschäftigt. Aus deutschen Zusatztexten oder eigenen Übersetzungen konnten wir über folgende Themen näheres erfahren:
- Das Leben am Limes
- Der Zerfall des römischen Westreiches
- Das Verhältnis Römer und Germanen.


Herr Klaar teilte uns später mit, dass wir nach den Wochenplänen einen Lehrausflug zur Saalburg unternehmen würden. Dort würden wir einen besseren Einblick in die damalige Zeit gewinnen.


Was war beeindruckend?
Für uns war das Kastell beeindruckend: Es war beeindruckend zu sehen, wie die Römer damals gebaut haben und welche architektonischen Meisterwerke dabei heraus kamen und heute noch zu bewundern sind. Allgemein fanden wir beeindruckend, wie weit die Römer entwickelt waren. Dies sieht man zum Beispiel bei ihren Bädern.


Was haltet ihr allgemein von außerschulischen Lernorten im Lateinunterricht?
Außerschulische Lernorte sind für die Schüler immer schön, da sie von dem meist neu gelerntem Schulstoff einen besseren Einblick bekommen und sich von manchen Sachen ein besseres Bild verschaffen können. " Erlebt" man etwas, kann man es sich meistens auch besser merken. Außerdem bekommt man einmal einen Tag Abwechslung vom täglichen Schulalltag.

Gerade in Latein (oder auch anderen Fächern wie zum Beispiel Geschichte) ist ein Lehrausflug sehr wichtig. Sobald ein Thema in der Vergangenheit spielt, gibt es viele Orte, wo ein Lehrausflug sinnvoll wäre. Leider werden viel zu wenig Lehrausflüge unternommen.


Wie war das Leben der römischen Soldaten auf der Saalburg?
Das Leben eines Soldaten auf der Saalburg sah 25 Jahre harten Militärdienst in den Auxilia-Hilfstruppen vor, soweit er nicht das Bürgerrecht besaß, das ihm den 20-jährigen Dienst als Teil einer Legion ermöglichte. Er hatte die Aufgabe die Legionen im Kriegsfall zu unterstützen und in Friedenszeiten das Kastell zu befestigen, Straßen zu bauen oder den Limes auszubessern.

Da nichts gefährlicher ist und war als gelangweilte Männer unter Waffen, wurden die Soldaten sieben Tage die Woche beschäftigt gehalten und mussten jeden Tag viele Kilometer zu Fuß zurücklegen und den Umgang mit Waffen und den Körper trainieren.

Als im Kastell stationierte Soldaten mussten sie auch in Richtung Limes ausrücken, um die Besatzungen der Wachtürme gegen angreifende Germanen zu unterstützen und durchgebrochene Stämme zu vertreiben.

Allerdings lohnte sich der Dienst für zugewanderte Germanen, Briten, Syrer oder Perser auch, denn am Ende der langen Dienstzeit stand der Erwerb des römischen Bürgerrechts und meist auch ein kleines Landstück. Diese Regelung trug zum langen Bestand des römischen Reiches bei, denn dies führte zur besseren Integration von Einwanderern aller Herren Länder.


Natürlich hatten die meisten Soldaten auch Familie oder zumindest eine Frau, auch wenn es zumindest offiziell verboten war zu heiraten. Daher bildeten sich ganze Dörfer von Angehörigen der Soldaten vor den Toren der Kastelle und oftmals lag darin der Grundstein zur Gründung neuer Städte, z.B. Mainz oder Trier.

Limesrundweg 1Limesrundweg 2
Nun marschieren die Schüler zum Limesrundweg. Hier erfahren die Schüler anhand von witzigen Beispielen von den neuesten Forschungserkenntnissen über den Limes: Der Limes war zu verstehen wie das heutige „Vorsicht bissiger Hund! Betreten verboten!“ Die Römer waren in der Lage, innerhalb von 48 Stunden bis zu 14000 Soldaten zum Limes zu mobilisieren.
Thermenanlage
Auch die Thermen der Saalburg außerhalb des Kastells wurden uns gezeigt. Hier waren die Schüler sehr erstaunt zu erfahren, dass das heutige „Freiöl“ auf ein römisches Rezept zurückgeht, das sich bis heute kaum verändert hat und schon von den Römern nach dem Badevorgang angewandt wurde.
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Mithras-Heiligtum

Zum Abschluss der Führung erhielten wir noch einen exklusiven Einblick in das sonst verschlossene Mithras-Heiligtum, das dem Sonnengott gewidmet ist. (Informationen zu Mithras und zum Mithraskult: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2004/1221/002_weihnacht.jsp) Denn z.B. Aschereste außerhalb zeigen immer wieder, dass auch heute noch gewisse Rituale am Heiligtum durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen wird das Heiligtum daher versperrt.

Mithras-Heiligtum

> Mit einem abschließenden Quiz über die erhaltenen Informationen verabschiedet sich der Museumspädagoge von der Gruppe. Die Gruppe beim Quiz
Sebastian Klaar, Webteam, 7.9..2007