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Gespräch
mit
Schulleiter Bernhard Zotz (Teil 1)

> Einleitung
> Selbstbeschreibung
> Was
hat sich verändert?
> Bernhard
Zotz mag's musisch
> Zukunftspläne
> Was
folgt im zweiten Teil? |
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Seit diesem Halbjahr
gibt es einen anderen Schulleiter an der DSL. Herr Voigt, der ehemalige
Schulleiter, wurde in den Ruhestand verabschiedet und konnte die Leitung
übergangslos in die Hände von Herrn Bernhard Zotz legen. Seit
Februar 2005 hat die DSL also einen neuen Schulleiter, aber wirklich
neu an der DSL ist Herr Zotz nicht.
Wie das?
Von 1982 bis 1994 war er als Lehrer mit den Fächern katholische
Religion und Biologie bereits an der DSL tätig und ist nach verschiedenen
Stationen an anderen Schulen an seine erste Wirkungsstätte zurückgekehrt.
Für das Webteam waren das Gründe genug, um den Schulleiter
in einem intensiven Gespräch zu seinen Ideen und Vorstellungen zu
befragen. Im folgenden zweiteiligen Interview steht er Rede und Antwort.
Unsere Fragen umfassen drei Themenbereiche:
 die Person
- Einstellungen und Ansichten
 die
Situation der Dreieichschule
 die
Zukunft von Schule im weiteren Sinne |
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mit Schulleiter Bernhard Zotz |
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Warum wollten Sie Lehrer werden? |
Schon sehr früh habe ich
in der kirchlichen Jugendarbeit Verantwortung übernommen. Ich
habe Freizeiten organisiert, Gottesdienste musikalisch gestaltet und
war als Jugendvertreter Mitglied in den Gremien meiner Gemeinde. Ich
habe sehr gern mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und mit ihnen
meine Freizeit verbracht.
 Da
war es naheliegend auch beruflich mit Kindern und Jugendlichen
zu arbeiten. Nach meiner Schulzeit und der Wehrpflicht studierte
ich dann katholische Theologie und Biologie für das
Lehramt in Marburg.
Seit 1980 bin ich im Schuldienst und habe bisher noch nie meine Berufsentscheidung
bereut. Nach wie vor macht es mir Spaß und Freude mit Kindern und
Jugendlichen zu arbeiten, auch ehrenamtlich in meiner Freizeit.
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So beschreibt sich Bernhard Zotz mit 5 Begriffen: |
- ehrgeizig
- humorvoll
- musikalisch
- zielstrebig
- durchsetzungsfähig
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Was haben Sie gemacht, nachdem Sie nach 12 Jahren die DSL verlassen haben? |
 Das
ist schnell gesagt.
1992 – 1994 war ich an die Schulabteilung des Regierungspräsidiums
in Darmstadt abgeordnet und habe nur noch an einem Tag drei Oberstufenkurse
an der DSL betreut. Danach unterrichtete ich 5 Jahre am Lessing-Gymnasium
Lampertheim. In dieser Zeit bin ich nach Bensheim gezogen und wohne seitdem
dort mit meiner Familie.
Nach diesen 5 Jahren habe ich mich erfolgreich auf die Stelle eines Studienleiters
an der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim (Odenwald) beworben.
Dies war eine sehr reizvolle Stelle, galt es doch, in Reichelsheim eine
Oberstufe aufzubauen. In dieser Zeit, immerhin 5 ½ Jahre, habe
ich sehr viel in der Schulleitung verantwortlich mitgearbeitet und Schule
gestaltet.
Letztlich hat diese Arbeit in mir den Wunsch aufkommen lassen, mich auf
die Stelle eines Schulleiters zu bewerben. Dass es nun gerade die Schulleiterstelle
jenes Gymnasiums geworden ist, das ich vor ca. 12 Jahren verlassen hatte,
hat einen besonderen Reiz.
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Was hat sich in den 12 Jahren Abwesenheit an der DSL verändert? |
Es hat sich einiges verändert.
Als ich 1994 die Schule verlassen habe, war vor allem der Außenbereich
der Schule in einem schlechten Zustand. Die Sanierung des Schulhofs und
die Außengestaltung haben das Bild der Schule aufgewertet. Auch
ist mir sofort der Anbau aufgefallen, der den Schülertrakt erweitert
hat. Ebenso der Eingangsbereich, an dem mir gefällt, dass hier bereits
der Besucher von dem Kollegium und der Schulleitung der DSL begrüßt
wird, zumindest in Form eines Portraits.
Allerdings hat es mich gefreut, dass auch einiges beim Alten geblieben
ist. Dazu gehört auch die herzliche Begrüßung durch meine
Kolleginnen und Kollegen von damals.
In den letzten Wochen konnte ich mich davon überzeugen, dass auch
konzeptionell und pädagogisch sich vieles verändert hat und
viele junge und engagierte Kolleginnen und Kollegen hinzugekommen sind.
Die DSL hat sich deutlich weiter entwickelt und große Schritte
nach vorne getan. Dies ist vor allem auch ein Verdienst meines Vorgängers,
Herrn Voigt. |
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So sah die Fassade der Turnhalle noch vor wenigen Jahren aus. |
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Was hat Sie bewogen, als Schulleiter wieder an die DSL zurückzukehren? |
Entscheidend hierfür waren
meine Arbeit und meine Erfahrungen an der Georg-August-Zinn-Schule
in Reichelsheim.
 Als
ich 1999 nach Reichelsheim kam, war u.a. auch die Stelle
des Schulleiters vakant. Es blieb mir nichts anderes übrig,
als sehr schnell auch dessen Aufgaben zu übernehmen.
Also präsentierte ich die Schule nach außen, gestaltete
sie mit nach innen und übernahm zunehmend Verantwortung.
Nach zwei Jahren wurde dann die Schulleiterstelle besetzt. Allerdings
haben mir diese zwei Jahre und natürlich auch die Jahre danach gezeigt,
dass mir die Aufgaben in der Schulleitung und speziell die eines Schulleiters
Spaß und Freude machen.
Nachdem ich nun bereits 25 Jahre im Schuldienst bin, suchte ich eine
neue Herausforderung. Dass ich sie nun gerade dort gefunden habe, wo
ich als Lehrer groß geworden bin und mir meine ersten Sporen verdienen
durfte, hat für mich einen besonderen Reiz. |
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Auszug
aus der Langener Zeitung
vom 20.01.2005 |
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Worin besteht der Alltag eines Schulleiters? |
Nach den ersten Tagen und Wochen
muss ich sagen, dass es einen routinemäßig ablaufenden Alltag
nicht gibt.
Natürlich hat man feste Termine, darunter auch die eigene Unterrichtsverpflichtung,
jedoch hält jeder Tag Überraschungen bereit, die nicht vorhersehbar
und planbar sind. Da gilt es dann ad hoc Entscheidungen zu treffen, deren
Auswirkungen man manchmal nur erahnen kann.
Allerdings macht dies die Arbeit auch spannend und abwechslungsreich.
In den nächsten Wochen werde ich daran arbeiten, auch die Routinearbeiten
eines Schulleiters zunehmend in den Griff zu bekommen. Sie sind für
mich noch nicht Alltag.
Vielleicht stellt ihr mir diese Frage noch einmal in einem oder in zwei
Jahren. Ich bin gespannt, was ich dann darauf antworten werde. |
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Auszug aus einem Leserbrief vom 11. April 2005 an das Webteam der Dreieichschule |
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Was haben Sie studiert? |
Katholische Religion und Biologie
an der Philipps-Universität in Marburg.
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Welche Fächer unterrichten Sie? |
 Natürlich
beide Fächer, wobei allerdings der Religionsanteil immer etwas
höher war. Das liegt vor allem daran, dass es häufig an Religionslehrern
fehlt. Bislang habe ich es nicht bereut, diese Fächer studiert
zu haben. Sie machen mir im Unterricht immer noch Spaß und vor
allem ergänzen sie sich auch hervorragend.
In der Biologie werden viele Bereiche thematisiert, die auch einer intensiven
ethischen und moralischen Würdigung zu unterziehen sind. Als Beispiele
seien genannt: Gentechnik, Klonen, embryonale Stammzellen u.v.m.
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Wie sehen ihre Zukunftspläne für die DSL aus?
Was würden Sie gerne verändern? |
Hier möchte ich einen
Schwerpunkt nennen: die DSL ist das Standortgymnasium für die
Städte Langen und Egelsbach.
Ziel muss es sein, alle Gymnasialschüler der beiden Gemeinden soweit
an die DSL zu binden, dass sie hier ihre Abiturprüfung ablegen.
Natürlich hat die DSL durch ihre festgesetzte Fünfzügigkeit
nicht die Möglichkeit, alle Schüler aus dem Einzugsbereich
aufnehmen zu können.
Daher ist es unerlässlich, mit den weiteren weiterführenden
Schulen (ARS und AES) intensiv zusammen zu arbeiten. Es muss den Eltern
deutlich werden, dass ihr Kind in den Langener Schulen gut auf die Oberstufe
vorbereitet wird, um dann an der DSL das Abitur erlangen zu können.
Kooperation und Koordination mit den Nachbarschulen sind ein zentrales
Anliegen.
Auch an der DSL wird es einige Neuerungen geben, ich nenne hier z.B.
die Bläserklasse im
kommenden Schuljahr.
Weitere Aktionen sind mit dem Förderverein, dem Kollegium und den
Eltern in Planung. Ich möchte mich hier nicht weiter in Ankündigungen
ergehen, vielmehr sollen die Taten zählen.
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Was werden Sie anders machen als ihr Vorgänger? |
Mein Vorgänger, Herr Voigt,
muss eine gute Arbeit gemacht haben, denn er hat mir eine vollkommen
intakte Schule übergeben. Wie er das geleistet hat, habe ich in
den letzten Jahren nicht verfolgen können. Also ist es für
mich schwierig zu beurteilen, was ich anders machen werde.
Zunächst möchte ich es ihm gleichmachen, d.h. über viele
Jahre die DSL erfolgreich begleiten, führen und gestalten. Jeder
Mensch hat andere Charakterzüge und es wird in dieser Frage vielleicht
am besten sein, in einiger Zeit sie durch die Schüler, Eltern und
Lehrer der DSL beantworten zu lassen. |
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Wird fortgesetzt |
Im zweiten Teil spricht
der Schulleiter darüber, wie er über Lehrerknappheit denkt, über
Rauchen, Internet, PISA, Zentralabitur und vieles mehr |
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Pascal
W., Alec D. ( oben im Bild beim Interview mit Schulleiter
Zotz)
Webteam, 15.04.2005 |