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Quo Vadis, Europa?

Europa - unsere Zukunft?!

Europa in Langen - Politiksimulation

Europafahrt 2016








Die Saar-Lor-Lux Region








Europafahrt 2017

TAG 1
Der erste Tag des Europafahrtseminars begann mit einer Busfahrt ins Saarland. Im Laufe der Fahrt wurden wir vom Lehrerteam, das aus Herr Habermann, Herr Reisert, Herr Weigand und Frau Zischka bestand, über Orte informiert, die politisch und historisch eine besondere Bedeutung einnehmen, beispielhaft hierfür ist die amerikanische Militärbasis bei Ramstein. In der Jugendherberge wurden die Schüler über das Fahrtprogramm informiert. Anschließend wurde ein  Kurzvortrag von Herr Habermann über die Bedeutung von Europa, verschiedene mögliche Definitionen Europas nach geographischen, politischen und kulturellen Kriterien sowie die Funktionen der Europäischen Union gehalten. Nach einer kurzen Pause informierte Leonie Wolf die Schülerschaft über die Europäische Idee und die Geschichte der Europäischen Integration.



Nach dem Mittagessen folgte ein Vortrag von Herrn Weigand. Dieser präsentierte den Schülern allgemeine Informationen zur Saar-Lor-Lux-Region wie den geographischen Gegebenheiten, der Historie des Saarlands, dem Dialekt und den Verflechtungen mit Frankreich. Danach fuhren die Schüler in die Innenstadt von Saarbrücken, um eine Umfrage über die Beziehung der Saarländer zu ihrem Bundesland, Deutschland und Europa durchzuführen. Nach der Rückfahrt folgte eine Auswertung der Umfrage mit anschließender Präsentation der Ergebnisse. Ein Großteil der Befragten aus allen Altersgruppen konnte sich mit dem Saarland sowie der Europäischen Union identifizieren. Der kulturelle Austausch insbesondere mit Frankreich hat im Saarland einen hohen Stellenwert.
TAG 2
Am Dienstag besuchten wir das Werk der Firma Saarstahl, einem der größten Arbeitsgeber im Saarland. Nach einer Sicherheitsunterweisung erfuhren wir einige Fakten über die Historie der Montanindustrie in der Saar-Lor-Lux-Region und Allgemeines über die Stahlindustrie.



Dabei stellte sich heraus, dass die Firma Saarstahl sich stark auf einige Produkte spezialisieren musste,  um auf dem globalen Markt aufgrund der starken Konkurrenz aus Asien überleben zu können. Nachdem wir die Öfen besichtigt hatten und Zeuge von eindrucksvollen technisch-chemischen Vorgängen wurden, bekamen wir noch eine weitere Führung in der benachbarten Schmiede, wo abermals der Fokus auf die Herstellung spezieller Produkte deutlich wurde.  



Daraufhin machten wir uns auf den Weg zum saarländischen Landtag. Dort angekommen bekamen wir einen Einblick in den Plenarsaal des saarländischen Landestages, welcher durch einen kurzen, aber informativen Vortrag durch einen Gruppenleiter vertieft wurde. Wir lernten die aktuelle Sitzverteilung der Parteien kennen und wurden über aktuelle politische Konflikte informiert und wie die einzelnen Parteien sich dazu äußern.


Daraufhin gab es ein Treffen mit Herrn Professor Heinz Bierbaum, parlamentarischer Geschäftsführer der Partei „DIE LINKE“, der uns über die besondere wirtschaftliche Prägung des Saarlands informierte, welche auf der Montanindustrie basiert. Danach hatten die Schüler die Möglichkeit einige Fragen zum Thema „Europa“ zu stellen, welche durch Herrn Bierbaum ausführlich beantwortet wurden. Bei einigen Themen von europapolitischer Relevanz, so zum Beispiel der viel diskutierten PKW-Maut, zeigte sich, dass Partei- und Staatsgrenzen im politischen Prozess oft eine geringe Bedeutung spielen.

TAG 3
Das Ziel des dritten Tages der Europafahrt war das europäisch geprägte Luxemburg.    In Luxemburg, einem multikulturellen Staat mit gleichnamiger Hauptstadt, leben neben Luxemburgern, Franzosen, Deutschen, Niederländern und Belgiern sehr viele Portugiesen, welche die größte Einwanderungsgruppe bilden.

Am Vormittag besichtigten wir den amerikanischen Soldatenfriedhof, der als Gedenkstätte dient und bis heute von den Vereinigten Staaten verwaltet wird. Durch die Führung von zwei amerikanischen Beamtinnen wurde uns die historische Verbindung zwischen Deutschland und Amerika deutlich. In diesem Zusammenhang wurden wir auf die vielen Gräber hingewiesen, die deutsche Nachnamen aufwiesen. Diese sind auf die Emigrationswelle des 19. Jahrhundert zurückzuführen, in welcher viele Deutsche damals in die USA ausgewandert sind. Bei der Führung liefen wir teilweise auf den Gräbern, was für viele von uns sehr befremdlich war, doch es wurde uns erklärt, dass das in den USA üblich sei.

 
Nach einer Führung durch Luxemburg wurden wir am Nachmittag durch das beeindruckende Gebäude des Europäischen Gerichtshofs geführt, wobei uns besonders der große Verhandlungssaal beeindrucken konnte.  Vor der Besichtigung wurde uns ein Vortrag über den EuGH und seine Aufgaben gehalten. Der Einfluss Frankreichs auf die EU wurde hier besonders deutlich, da die französische Sprache am EuGH verpflichtend ist. Uns wurden viele Beispiele von Urteilen, die der EuGH gefällt hat, erklärt und es zeigte sich, dass der Europäische Gerichtshof insgesamt eine sehr bürgerfreundliche Institution ist.

In der Reflexion des dritten Tages wurde uns bewusst, dass man die EU nicht als Bundesstaat oder Staatenbund definieren kann, da sie Merkmale von beidem aufzeigt und somit etwas Einzigartiges ist.

TAG 4
Am vierten und damit letzten Tag unserer Europafahrt gab es noch ein letztes Seminar, in dem wir uns mit der Frage nach der Zukunft der europäischen Union beschäftigten. Zu Beginn stellten wir unsere eigenen Vorstellungen der Zukunft der europäischen Union im Jahre 2034 dar. Diese reichten von einem Zerfall bis hin zu einer fortgesetzten Erweiterung der EU.



Anschließend verglichen wir verschiedene Szenarien zur zukünftigen Existenz der EU und versuchten ihre Wahrscheinlichkeit zu beurteilen. Die Szenarien, angefangen mit dem „Titanic“- Szenario, d.h. dem kompletten Zerfall der europäische Union, bis zum Szenario einer europäischen Supermacht, also einem europäischen Staat, in welchem alle Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Außenpolitik und Streitkraft haben, gingen jeweils von unterschiedlich vielen beteiligten Staaten und einer unterschiedlichen Integrationstiefe aus. Ein möglicher „Superstaat“ könnte sich sogar auf anliegende nicht-europäische Staaten ausweiten, wenn diese  gewisse Kriterien erfüllen können.
Wir kamen zu dem Schluss, dass mehrere Szenarien möglich wären, man jedoch zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine genaue Prognose für die Zukunft der EU treffen kann. Einig war man sich, dass man sich derzeit in einer Phase befindet, in der die Weichen für die EU neu gestellt werden. Nach einer Reflektion der gesamten Europafahrt von Seiten der Schüler als auch der Lehrer begaben wir uns auf die Rückfahrt nach Langen. 
(Autoren: Geschichte Leistungskurs Reisert)



WebCo,23.01.2015