logo

Zurück zur Startseite















Link

Von der DSL zum Heiligen Stuhl

Politischer Salon der DSL



Ankündigung in der FR am 24.4.
                       

Aus Langen (fast) direkt zum Papst. op-online, 1.5.2014


Fotogalerie über den Salon

 


Annette Schavan zu Gast

Bildungsrepublik Deutschland

Den Salon mit Frau Schavan kommentiert Yassin El Manfalouty.

Am Dienstag, den 29.04.2014, lud der politische Salon zur 12. Sitzung Annette Schavan, Bundesbildungsministerin a.D. ein, es war von vorneherein klar, es würde ein Abend werden, an den man sich erinnern würde. Mit der Rede von Frau Schavan spürte man förmlich die Polarisierung die in dem Raum vorging, denn sie sprach sich für G8 und für Studiengebühren aus, genau die Themen, die die meisten von uns ablehnen. In ihrer Rede, wie von ihr gewohnt ruhig und dennoch ergreifend, sprach sie von den Kernfragen der Bildung. Was ist eigentlich Bildung? Wie funktioniert Bildung? Ist unser Bildungssystem zeitgemäß?


v.l.: Frau Höreth-Müller (Schulleiterin), S. Trier (Moderation), Frau Schavan (MdB) und J. Couturier (Moderation)

Mit vielen Beispielen untermauert, legte sie ihren Standpunkt der Dinge dar, so sei Bildung nur erfolgreich, wenn man wirklich an dem Schulalltag teilhabe, um Wissen vermitteln zu können, müsse man eine Vorstellung dieses Wissens haben, die man in die wirkliche Welt übertragen könne.
Anscheinend sieht Frau Schavan es anders als Heraklit, der sagte: „Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen“. Denn eigentlich sollte Bildung eine Leidenschaft entzünden und nicht Wissen vermitteln.

Frau Schavan, Bundesministerin a.D. während ihres Vortrags

Genau durch diese durch Leidenschaft erzeugte, spezialisierte Bildung müsste es doch gehen, auch im digitalen Zeitalter, in dem der Allgemeinwissensgrundspiegel durch neue Medien kontinuierlich steigt, sich auf ein Thema spezialisieren zu dürfen, ohne vom Bildungssystem wegen mangelnder Kompetenzen in anderen Bereichen aussortiert zu werden? Frau Schavan hingegen, tritt für Kontinuität im Bildungssystem ein, ihrer Meinung nach ist es besser auf ein lang bewährtes System zurückzugreifen, als das Bildungssystem grundlegend zu reformieren. Natürlich spielen auch die Ausgaben für Bildung eine große Rolle.

Politiktalk

Zu der Frage, ob die deutschen Bildungsausgaben nicht zu klein seien, sagte sie, dass die Investition nicht proportional zum Erfolg sei, natürlich spiele auch die Verwendung eine große Rolle. Nachvollziehbar, denn Investitionen können im Bildungssystem schnell verloren gehen. Aber ist das Problem maroder Schulen, nicht begehbarer Schulgebäude und veralteter Technik nicht allgegenwärtig? Sie sagte, man könne Studiengebühren einführen, etwa ein Viertel der Einnahmen für Stipendien, und ein Vierhundertstel für Lehrgebäude verwenden. Bei Gesamteinnahmen von 2 Milliarden Euro durch Studiengebühren, wären das 5 Millionen Euro. Der neue EZB Turm hat 1.2 Milliarden Euro gekostet.

Marcel Bau bei einem Beitrag

Man sollte die Bildungsrepublik in Bankenrepublik umtaufen. Auch die Ministerin a.D. schlägt eine Änderung vor. So wäre „Talentschmiede“ ein angemessener Begriff, ob angesichts G8 der Schmiede, nicht das Feuer ausgegangen wäre, ließ sie offen. Deswegen befand sie, sei die berufliche Bildung das „Flaggschiff“ des deutschen Bildungssystems, da die Aufstiegschancen groß seien und das Bildungssystem sehr durchlässig sei. Die Diskussion kochte allerdings erst richtig auf, als man auf die Universitäten zu sprechen kam. So sagte Frau Schavan, der Ruf nach der Abschaffung oder gegen die Einführung der Studiengebühren, sei der Ruf nach einem „privilegierten Bildungssystem“, da auch der Geselle für seinen Meisterbrief zahlen müsse. Dass Studenten durch die Bologna Reform, im Gegensatz zum Gesellen, fast vollkommen daran gehindert werden, kostendeckend zu studieren, verneinte sie, es gebe Stipendien, allerdings müssten sie weitaus öfter und mit höheren Sätzen vergeben werden, um zu helfen.

Organisatoren und Verantwortliche nach dem Salon

Auch sagte sie, dass Deutschland-Stipendium sei nicht gescheitert, begründete das aber nicht weiter, anscheinend wollte sie nicht ihrer Nachfolgerin in den Rücken fallen. Im Großen Ganzen war der Abend verlaufen wie erwartet, eine spannende Diskussion, allerdings hätten die Antworten auf manche Fragen konkreter ausfallen können.   

Fotos: Florian Ulrich. www.fus.photodatabase.de  

WebCo, 30.04.2014