logo

Zurück zur Startseite

 






 

Fotos von Florian Ulrich
Galerie

Presse

"Bundespräsident als Motivator"
LZ/op-online, 17.5.2017

"Diskussion mit Altbundespräsident
"
FR, 16.5.2017

"Lob vom Expräsident"
op-online, 16.5.2017

"Die Freiheit ist in Gefahr"
fnp, 16.5.2017


Link


Biografie von Christian Wulff

HP von Christian Wulff




Teaser







20. Politischer Salon

Offenheit und Haltung - Leitbilder unserer politischen Kultur


mit Christian Wulff, Bundespräsident a.D.



"Ein bisschen mehr Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten hätte ich mir schon gewünscht", so Christian Wulff schmunzelnd auf die Frage, welche politische Wünsche er hätte.


Ein Bericht von Minh Anh Phan

Am 15.05.2017 fand der 20. Politische Salon mit dem zehnten Bundespräsidenten, Christian Wulff, zum Thema  “Offenheit und Haltung - Leitbilder unserer politischen Kultur” statt.
Es wurden spannende Fragen zum Thema Multikulturalismus und Aufstieg des Populismus diskutiert und hinterfragt.

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Heidi Höreth-Müller leitete Jörg Couturier das Thema des Abends ein. Kritisiert wurde das fehlende Vertrauen der Jugendlichen in die Politik. Das Thema des Poltischen Salons bezieht sich auf die aktuellen Wahlen in den Staaten, Frankreich und in der Niederlande, aber auch die wachsende Macht der Populisten in Deutschland.

Christian Wulff, 1959 geboren, war von 2010 bis zu seinem Rücktritt in 2012 der zehnte Bundespräsident des Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.


Christian Wulff bei seinem Impulsreferat

In einer sehr unterhaltsamen Rede präsentiert Christian Wulff seine Perspektive zur momentanen Stimmung der Welt und nimmt hierzu Stellung . Es gebe zur Zeit einen “Wind of Change”, man erlebe eine Zeitwende hin zu Nationalismus, Egoismus und Autokratie. Der Trend laufe gegen die Freiheit und es gebe keine Garantie für einen fremdenfreundlichen, liberalen demokratischen Staat. Doch durch die Wahl von Donald Trump und den Brexit sei die jüngere Generation aufgeweckt worden und ihr politisches Interesse sei gestiegen. “Die Demokratie klingelt nicht, wenn sie geht” war sein Appell an die junge Generation, sich frühzeitig zu engagieren, damit man die Menschenrechte bewahren könne. Die Ursachen unterteilt Christian Wulff in folgende Aspekte: der weltweite Terrorismus, die Globalisierung und die Digitalisierung.


Zum Artikel hier klicken!

Man beklage sich über tausenden Tote durch Islamisten, aber auch durch Rechtsradikale. Als Beispiel erwähnt der Bundespräsident a.D Anders Behring Breivik, der in Norwegen ca. 80 Menschen getötet hat, und den Amoklauf in München. Daraus resultiert er, dass wir uns vor Hass, Angst und Misstrauen verhüten sollten und dagegen kämpfen müssten. Die Globalisierung habe gute aber auch schlechte Seiten: Durch sie seien zum Beispiel Arbeitsplätze bedroht worden. Er betont, dass die Globalisierung nur zu Unübersichtlichkeit führe und die Digitalisierung zur möglichen Manipulation. Heutzutage könne man sehr schnell Nachrichten über das Internet verbreiten. Doch es werde auch  oft Falsches weitergeben; Fake News schaffe mit ihrer Verbreitung in Social Medias und andere Echokammern eigene Welten.


Unsere Schulleiterin, Frau Höreth-Müller, bei der Begrüßung

Christian Wulff unterstützt eine multikulturelle, multireligiöse und multiethnische Gesellschaft, sein Spruch “Der Islam gehört auch zu Deutschland” verdeutlicht dies. Er ist der Meinung,  man solle sich für die Rechte der Muslimen einsetzen, damit die anderen uns als Vorbild nehmen und sich für die Rechte der Christen in muslimischen Länder einsetzen. Deutschland sei ein gastfreundlicher Staat und seine Stärke liege in der Vielfalt der Gesellschaft. Der einzelne Mensch sei im Mittelpunkt, nicht seine Herkunft. Die Bürger sollten den Flüchtlingen mehr Lernbegeisterung, mehr Mut und Vertrauen zeigen, denn dadurch werde das Immunsystem der Gesellschaft sich noch mehr steigern. Dazu gehöre Haltung und Regeln sowie Offenheit, Pluralität und Toleranz. Ohne Law and Order funktioniere Multikulturalismus nicht. Offenheit und Haltung sei die Grundkonsens für das Zusammenleben. Die junge Generation müsse etwas tun, damit sich etwas verändert, man müsse sich die gewünschten Bedingungen erkämpfen. Die AfD mache mit der Angst der Menschen Politik und um dies zu verhindern müsse die Jugend mehr Aktivität und Engagement zeigen. Man solle sie aber ernst nehmen und nicht beleidigen, sondern Mut machen und antworten. Nur wenn man bei Problemen nicht wegschaue und löse, könne die Gesellschaft eine gelungene Intergration erreichen. Die Leitkultur sei Presse- sowie Meinungsfreiheit, keine Diskrimimierung und Minderheitsrechte.


Talk auf der Couch


Der Salon in ganzer Länge auf Dreieichschule TV

Es folgte eine Diskussion zuerst zwischen Herrn Wulff sowie den Moderatoren Stefan Trier und Jörg Couturier, danach mit dem Publikum. Es wurde über die Wahlen in Frankreich und der Niederlande, aber auch der Aufstieg der AfD in Deutschland gesprochen. Herr Wulff ist erfreut, dass Mark Rutte bei der Wahl gegen Geert Wilders gewonnen habe sowie auch den Sieg Macrons in Frankreich. Jedes Land bringe seine Seiten und behalte seine Eigenständigkeit, es mache Europa bunter. Nichts desto trotz solle Deutschland solidarischer werden und mehr für Italien und Griechenland tun. Außerdem solle man Emmanuel Macron bei seiner Regierung unterstützen, damit er nicht scheitere und Marine Le Pen an die Macht komme. Somit sorge man für Solidarität und Stabilität in Europa.

Nach anderthalb Stunden mit dem wunderbaren Bundespräsident a.D und einem sehr interessierten begeisterten Publikum nähert es sich zum Ende. Ein erfolgreicher politischer Salon mit einem sehr spektakulären Gast wird anschließend mit einem Buffet beendet. Das Publikum war sehr begeistert und interessiert. Schüler fanden Christian Wulff sehr sympathisch und offen, er habe die gestellten Fragen sehr ausführlich beantworten und habe das Auditorium zum Lachen gebracht. Auch Erwachsene fanden den Abend toll. Sie seien von der Organisation begeistert und positiv überrascht zu seiner Stellungnahme.

WebCo, 06.06.2017