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Schulseelsorge

> Das Angebot
> Im Interview: Eva-Maria Loggen
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| Das Angebot |
Schulseelsorge an der DSL, ein Angebot für Schülerinnen und Schüler der DSL
 - wenn Du nicht mehr weiter weißt oder Dich in einer Sackgasse fühlst
- wenn Du Ermutigung brauchst für Dein Leben, die Familie, die Schule
- wenn Du dich mal aussprechen möchtest und weißt, dass das niemandem weitererzählt wird
- wenn Du gezielte Unterstützung brauchst in einer Krise
- wenn Du jemanden aus Deiner Familie verloren hast
- wenn Du mit einem Problem einfach nicht fertig wirst
Wo und wie?
Einfach einen Zettel an LOG (Loggen, Schulseelsorge) im Lehrerzimmer abgeben mit Gesprächswunsch, Name und Klasse nicht vergessen. Oder gleich persönlich vereinbaren.
Gez.: Eva-Maria Loggen
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| Im Interview |

Eva Maria Loggen
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Beschreiben Sie sich in wenigen Worten |

Verheiratet, zwei Kinder, vielseitige Interessen.
Schwerpunkte: Religion, Psychologie/Psychotherapie, Musik, Kunst

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Führen Sie folgenden Satz fort:
Schule sollte...

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... „die Menschen stärken, die Sachen klären“! - das beste Motto hierzu von einem von mir sehr geschätzten Pädagogen, H.v.Hentig.
Oder: Schule sollte die Entwicklung der Persönlichkeit fördern!
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Synagoge
Schülerarbeit von Marvin |
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Beschreiben Sie Schule mit wenigen Begriffen:
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So kurz wie möglich, so lang wie nötig: Schule sollte Schule fürs Leben sein.
Deshalb würde ich Schule gerne bezeichnen als Lebensraum, einen Ort zum Leben und zum Lernen, ein Ort, der Begegnung fördert, insofern ist die Schulseelsorge ein Beitrag zu einer ganzheitlichen Schulkonzeption.
Schule ist kein starres, sondern ein lebendiges System. Wir Lehrer entwickeln uns, wie die Kinder und Jugendlichen, die wir unterrichten, besser: mit denen zusammen wir lernen, das Schulkollegium entwickelt sich, die Schule als Organisation entwickelt sich. Nicht nur die Lehrer unterrichten die Schüler, auch die Jugendlichen unterrichten die Lehrer, natürlich auf andere Weise.
Wenn wie Lehrenden nur noch fertig ent-wickelt an die Schule kämen, dann wäre es Zeit, aufzuhören. Wenn eine Schule aufhört, in Bewegung zu sein und den Finger an den Puls der Zeit zu halten, dann hat sie aufgehört, Schule fürs Leben zu sein.
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Warum sind Sie an die DSL gekommen?
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Mein Wunsch war es, eine Schulseelsorgestelle zu übernehmen.
Nachdem ich seit 1991 in der Gemeinde tätig war, mit 3 Jahren Pause, bin ich zurückgekehrt zu meinem früheren Wunsch, an einer Schule zu arbeiten. Schule hat mich immer interessiert und begeistert.
Heute interessiert mich, was Jugendliche brauchen in dieser wichtigen Phase der Loslösung von zu Hause und beim Übergang in die Erwachsenen- und Arbeitswelt. Wenn möglich, möchte ich als Schulseelsorgerin Gesprächspartnerin sein, die zuhört, die Jugendlichen ernst nimmt, sie begleitet, wenn sie sich in einer Sackgasse fühlen oder einfach mal jemanden zum Reden brauchen.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, religiöse Erfahrungsräume an der Schule zu öffnen. Das kann im idealen Fall im Religionsunterricht geschehen, das kann durch zusätzliche Angebote der Schulseelsorge geschehen.
Fragen wie: Worauf kann ich mich verlassen? Was trägt mich? Warum passiert das gerade mir? Wie soll es weitergehen? Das sind doch wichtige Fragen, die an einer Schule einen Ort haben sollten, wo sie gut aufgehoben sind, wo sie überhaupt erst einmal gestellt werden dürfen!
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| Während des Tags der offenen Tür 2010 mit Kollegen des Fachbereichs |
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Was gefällt Ihnen an der DSL schon richtig gut?
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Ein sorgsamer Umgang mit einzelnen Schülerinnen und Schülern, die Probleme haben, mit sich und mit anderen.
Es wird versucht, Lösungen zu finden, die den einzelnen wirklich helfen können.

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Man sollte in der Schule unbedingt mehr erfahren über …
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Um nur ein Beispiel zu nennen: Unbedingt mehr erfahren sollte man globale Zusammenhänge, über die heute keiner mehr hinwegsehen kann, denn dies betrifft fast alle Fachbereiche.
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Ganztagsschule so wie in Frankreich, England und Amerika ...
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Viele deutsche Schulen sind schon auf dem Weg zur GTS, sie werden als Modell der Zukunft gesehen. Ich denke, die GTS bietet viele Chancen, zur Entwicklung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler beizutragen, insofern haben sie heute zu Recht an Bedeutung gewonnen.
Eine Sorge habe ich dabei: dass zu Vieles auf die Schulen abgewälzt wird. Wenn die Schule alles auffangen soll, was die Eltern nicht mehr leisten können, weil sie ihre Kinder zu wenig sehen, zu wenig Zeit mit ihnen verbringen, dann ginge es in eine falsche Richtung. Das kann’s doch nicht sein, dass man nur noch arbeitet und seine Kinder nicht mehr sieht.
Und vor allem: Ob die bisher entwickelten Modelle von GTS das alles leisten und auffangen können, personell, inhaltlich, psychologisch, was man sich von ihnen verspricht?
Dafür brauchen wir Rahmenbedingungen, die ich so noch nicht sehe, vor allem brauchen wir gutes und viel Personal! Das für diese wichtige pädagogische Arbeit auch angemessen bezahlt werden sollte.
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In Finnland kann man nicht sitzen bleiben. Das finde ich...
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... für manche/n war es schon durchaus eine zweite Chance, die Klasse zu wiederholen.
In Finnland ist die Schulkultur insgesamt eine andere, das können wir so nicht einfach übertragen, dazu gehört noch mehr dazu.
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Wie heißt Ihr Lebensmotto?
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Schau auf die Schildkröte, sie lehrt dich einiges, z.B. ein langsameres Tempo…
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Welcher Mensch imponiert oder imponierte Ihnen? Warum?
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Da gäbe es einige zu nennen, ich nenne Margot Käßmann, Landesbischöfin der hannoverschen Landeskirche. Sie hat eine wunderbare Art, das Christliche heute zur Sprache zu bringen und lebendig werden zu lassen. Sie lebt, was sie sagt. Sie ist deshalb nicht unumstritten, aber sie hält stand.
(Seit 28.10.2009, ist Margot Käßmann die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Wahl hatte zum Zeitpunkt dieses Interviews noch nicht stattgefunden.)
Ein anderer Mensch, der mich sehr beeindruckt hat, war mein katholischer Amtsbruder Pfr.M in V. Durch seine unerschrockene Art war es möglich, wirklich ökumenisch zusammenzuarbeiten und so haben wir einige ökumenische Trauungen gestalten können, die diesen Namen verdienen, obwohl es sie auf dem Papier ja gar nicht geben kann!
Wir konnten außerdem Kanzeltausch praktizieren, d.h. er ließ mich auf „seine“ Kanzel im evangelischen Talar, während ich ihm „meine“ Kirche für den katholischen Gottesdienst zur Verfügung stellte. Das war gelebte Ökumene.
Ein weiterer Mensch der mich sehr beeindruckt, ist Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie.
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Nennen Sie 3 Dinge, die Sie gerne ändern würden? Warum?
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Darf ich auch wünschen? Das mit dem ändern ist immer so eine Sache, da bin ich inzwischen vorsichtig geworden, war lange genug in der Gemeinde.
Wenn Sie mich wie die Fee im Märchen fragen, dann hab ich drei Wünsche:
1. Wunsch geht an die Schule: am besten fände ich es, wenn wir für alle Klassenstufen in Kl. 6-8 ein anderes Lernen anbieten könnten. Mit mehr Praxisbezug, Gemeinschaftserlebnissen, Selbsterfahrung, Arbeitseinsatz in sozialen Bereichen. Es wäre sicher erfolgreicher, anders zu lernen als mit nur mit dem Kopf, der doch nur ganz durcheinander ist von all den vielen Veränderungen.
2. Wunsch für die Menschheit: Ich wünschte, dass wir, egal ob jung oder alt, die Erfahrung machen könnten, nützlich zu sein! Wozu bin ich denn auf dieser Welt? Da gibt es junge Leute ohne jede Vision, das ist doch traurig.
Da gibt es ältere Menschen, die wissen nicht mehr, wozu sie ihre reichen Lebenserfahrungen noch brauchen können. Wie schade! Jeder hat was einzubringen, wenn es nur gefragt wäre. Aber da müssten wir eine soziale Haltung einnehmen, die sich wegbewegte vom rücksichtslosen Egobezug und der Kälte der Gleichgültigkeit.
3. Wenn ich etwas Drittes wünschen dürfte, dann würde ich uns die Rückkehr zu einem ganz einfachen Leben herwünschen, wenigstens einmal in der Woche.
Ein eindrückliches Erlebnis waren 2 Wochen Aufenthalt in einer französischen Communaute. Sie haben ein ganz schlichtes Leben in Gemeinschaft geführt, die sich für andere einsetzt, und sie haben damit schon viel erreicht. Und sie waren zufrieden, weil sie den Sinn in ihrem Leben gefunden haben. Sie wussten, wozu sie auf dieser Welt waren, sie hatten eine Aufgabe.
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Webteam, Jennii, 2.11. 2009 + 21.2.2010
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