logo
Navigation


Heimat in Rubrik:
1 2
3-Fächer: Naturwissen- schaften
4 5 6 7 8 9

Lesetipps:
Unsere Stärken

Naturwissenschaften: Übersicht







Was ist Forschung?
Als Forschung wird die systematische oft auch die zufällige Suche nach neuen Erkenntnissen bezeichnet und in der Regel in wissenschaftlichen Disziplinen betrieben. Die Forschung trägt zur Erweiterung menschlichen Wissens bei und stützt sich dabei auf Altbekanntes oder versucht, bisherige Systeme, Regeln, Theorien zu widerlegen, um ein neues Verständnis von den Phänomenen in unserer Umwelt zu erlangen. (Wikipedia)

Drei Menschen, die sich der Forschung verschrieben und den Weg zurück in die Schule gefunden haben sind Dr. Deserno, Dr. Warlkentin und Dr. Kolbe. Ihr Ziel war es , ihre Erkennntnisse der Schülerschaft der DSL so zu präsentieren, dass deren Interesse und Neugier geweckt wird und so das Wissen erweitert wird.

Im folgenden Bericht stellen wir drei Wissenschaftler vor, interviewen sie und geben Beispiele aus ihren Beiträgen.

Vortrag 1 - Dr. Markus Deserno mit dem Thema: "Was kann ein Physiker für Biologen tun"?
Vortrag 2 - Dr. Eberhard Warkentin: "Die Struktur von Biomolekülen und wie man sie herausfinden kann".
Vortrag 3 - Dr. Martin Kalbe: "Sex, Parasiten und kleine Fische - Was wir von Stichlingen über die Evolution lernen können".

Interview mit Dr. Markus Deserno
>

Interview mit Dr. Markus Deserno


Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Ich habe Physik studiert und später ein halbes Jahr in England verbracht. Ich bin dann zum  Promovieren in die Polymerforschung gegangen und habe mich mit der Theorie der weichen Materie beschäftigt.

Ich habe auch einige Zeit in Los Angeles an der USA verbracht und ort ein paar Jahre gearbeitet, im Bereich Membranen und der Viren. Ich habe dann auch  gesehen, was für spannende Fragen in diesem Bereich noch ungeklärt sind. Danach bin ich wieder zurück nach Deutschland gegangen.


Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?


Eine der schönen Sachen ist eigentlich, dass jeder Arbeitstag anders ist. Ich komme morgens zwischen 8 und 10 Uhr. Als erstes habe ich dann die e-Mails zu checken, das sind meistens 10-20 aus aller Herren Länder. Dann habe ich Leute, die betreut werden wollen: Diplomanten, Doktoranten.

Man besucht Vorträge oder hält welche, die man natürlich auch vorbereiten muss. Man geht auf Konferenzen und unterhält sich dort mit anderen Wissenschaftlern, wodurch Kooperationen auf neuen Gebieten zu Stande kommen können.

Manchmal setzt man sich auch mal hin mit dem Bleistift und rechnet dann oder programmiert.


(Das Foto zeigt Markus Deserno beim Vortrag vor Schülern der Oberstufe an der DSL).

> Thema des Vortrags von Dr. Martin Deserno:
> Auzug aus der Präsentation
>
Interview mit Dr. Markus Deserno
Teil 2

Wie kam es zustande, dass Sie an unserer Schule einen Vortrag halten konnten?
Da habe ich selbst wenig Einfluss. Das wird beschlossen auf der Hauptversammlung, die jedes Jahr stattfindet.

Ich selbst bin vor einem halben Jahr von der Institutsleitung angesprochen worden, ob ich vielleicht ein paar Vortragsthemen anbieten könnte und das habe ich dann auch gemacht.


Wie groß ist der Unterschied, solch einen Vortrag vor Schülern zu halten?

Es ist doch sehr anders. Das Publikum ist ein anderes. Man muss aufpassen, dass man nicht zu technisch wird. Man versucht natürlich einfachere Sachen zu erklären. Ich halte den Vortrag auf Deutsch.

Das ist eine ganz ungewöhnliche Sache, da solche Vorträge normalerweise auf Englisch gehalten werden; auf internationalen Konferenzen sowieso, aber auch hier in Deutschland, da über die Hälfte der Zuhöre keine Deutschen sind.

An möchte die Schüler natürlich nicht langweilen, also überlegt man sich, was interessant sein könnte.

Bei Wissenschaftlern stellt sich eher die Frage, was besonders spannend ist, bei was ich mich besonders profilieren kann.


> Infobox: Die Max-Planck-Institute


Max-Planck-Institute betreiben Grundlagenforschung in den Natur-, Bio-, Geistes- und Sozialwissenschaften im Dienste der Allgemeinheit.

Die Max-Planck-Gesellschaft greift insbesondere neue, besonders innovative Forschungsrichtungen auf, die an den Universitäten in Deutschland noch keinen oder keinen angemessenen Platz gefunden haben, wegen ihres interdisziplinären Charakters nicht in das Organisationsgefüge der Universitäten passen oder einen personellen oder apparativen Aufwand erfordern, der von Universitäten nicht erbracht werden kann.

Mit ihrer Vielfalt an natur- und geisteswissenschaftlichen Themen ergänzen die Max- Planck-Institute damit die Arbeit der Universitäten und anderer Forschungsinstitutionen auf wichtigen Forschungsfeldern; sie haben in einzelnen Bereichen Schwerpunkt-, in anderen Bereichen eine Ergänzungsfunktion.

Einige Institute der Max-Planck-Gesellschaft erfüllen darüber hinaus auch Dienstleistungsfunktionen für die Hochschulforschung. Sie stellen aufwändige Einrichtungen und Geräte einem breiten Wissenschaftlerkreis zur Verfügung – von Teleskopen und anderen Großgeräten bis hin zu Spezialbibliotheken und Dokumentationen.

Mit 75 Instituten und 3 sonstigen Forschungseinrichtungen und mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie über 10.000 Nachwuchs- und Gastwissenschaftlern ist die Max-Planck-Gesellschaft eine der führenden Organisationen für Grundlagenforschung in Europa.

Interview mit Dr. Eberhard Warkentin
>

mit Dr. Eberhard Warkentin



Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Zu meinem Beruf bin ich gekommen, weil ich ursprünglich Mathematik studieren wollte und in der Oberstufe alles aus früheren Jahren vergessen hatte und damit dann in der Oberstufe meine schlechtesten Noten in Mathematik hatte.

Weil mir aber Chemie relativ viel Spaß gemacht hat, habe ich dann Chemie studiert. Letztlich war ich 25 Jahre lang Chemiker und weil dann – wie das heute wohl üblicherweise so ist – das Haus, in dem ich gearbeitet habe, geschlossen wurde, musste man mich „alten Knochen“ an eine Stelle bringen, wo ich wiederum nützlich sein konnte.

Ich hatte aber das Glück, dass ich in die aktuelle Forschung kam. Für einen immer noch neugierigen Menschen wie mich hat das natürlich sehr gut gepasst


Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Mein normaler Arbeitstag sieht so aus, dass ich um 8 Uhr –im Allgemeinen vor den anderen, jüngeren Forschern – im Institut bin.

Dort angekommen schaut man seine e-Mails durch, ob irgendwas Wichtiges da ist. Meine Arbeit findet hauptsächlich vor dem Computer statt, weil ich im Wesentlichen Berechnungen anstelle. Hier müssen beispielsweise Eingangsdaten für Rechenprogramme, die andere Leute geschrieben haben, präpariert werden.

> Thema des Vortrags von Dr. Martin Kalbe:
> Auzug aus der Präsentation
> Eberhard Warkentin, Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt/M:

THEMA: "Die Struktur von Biomolekülen und wie man sie herausfinden kann. Ein Enzym bei der Arbeit"

Inhalt:

Es gibt Mikroorganismen, die leben in Sauerstoff-freier Umgebung, einige davon bei Temperaturen oberhalb des Siedepunktes des Wassers.

Sie bestreiten ihren Lebensunterhalt unter anderem damit, aus Kohlendioxid und Wasserstoff Methan (CH4) herzustellen, ein so genantes „Treibhausgas“. Wie sie das machen ist mittlerweile weitgehend erforscht.

Als Beispiel wird ein Enzym vorgestellt, das eine für das Leben dieser Organismen, der Archäen, notwendige Reaktion katalysiert. In einem zweiten Teil wird die Methode der Strukturaufklärung mit Beugungsmethoden kurz vorgestellt. Diese ist für die Erforschung solcher Lebensvorgänge auf atomarer Ebene, d.h. der dabei notwendigen Reaktionen wichtig und hilfreich.

>

mit Dr. Eberhard Warkentin
Teil 2



Wie kam es zustande, dass Sie an unserer Schule einen Vortrag halten konnten?

Anlässlich der Jahresversammlung werden Schulen angeschrieben. Man bietet einerseits Vorträge an, andererseits werden Forscher gefragt, welche Themen sie anbieten könnten.

Ich wurde von meinen Chef angesprochen, ob ich so einen Vortrag halten wolle und ich habe das gerne übernommen. Den Lehrern dieser Schule hat das Thema meines Vortrags wohl zugesagt und so bin ich an diese Schule gekommen. Ich werde diesen Vortrag insgesamt an vier Schulen in dieser Region halten.

Wie groß ist der Unterschied, solch einen Vortrag vor Schülern zu halten?

Ich habe die Einbildung, dass ich manchmal skurrile Beispiele habe und so hoffe ich, dass – selbst wenn ich selbst nicht in Erinnerung bleibe – zumindest eben diese skurrile Beispiele in Erinnerung bleiben und man sich so die Informationen leichter behalten kann. Sicher gibt es Bereiche, wo sich das leichter durchführen lässt. Der zweite Teil meines Vortrags war da wohl ein bisschen trocken und theoretisch, einfach weil man viel rein gedanklich folgen musste.

Interview mit Dr. Martin Kalbe
>



Interview mit Dr. Martin Kalbe


Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?

Das ist schwierig. Ich wollte eigentlich schon immer Biologe werden. Nachdem ich angefangen hatte Biologie zu studieren, habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass mich Parasiten am meisten interessieren. Das war ein Mittelfeld zwischen Biologie, Medizin, aber auch im Bereich der Entwicklungshilfe. Letztlich bin ich aber über die Biologie zu den Parasiten gekommen.


Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Der Arbeitstag hängt natürlich stark davon ab, welche Experimente zu Zeit durchgeführt werden. Manchmal arbeitet man viel im Labor. Aber meistens haben wir schon viel Naturarbeit zu erledigen. Man muss natürlich auch mit Kollegen korrespondieren, da auch Kooperationen mit anderen Instituten bestehen.

Normalerweise komme ich morgens ans Institut und schaue erst mal nach meinen e-Mails und sehe nach, was an dem Tag an Veranstaltungen stattfindet. Das ist einerseits die theoretische Arbeit, aber es gibt auch viel praktische Arbeit, wie die Vorbereitung für Experimente oder die Überwachung der Fischhaltung.

Die Highlights sind natürlich, wenn man rausgeht und Fische fängt zu Untersuchung. Leider gibt es nicht so viel Freilandarbeit. Das ist ja der eigentliche „Funpark“, mit ein Grund, warum ich diesen Job haben wollte.

> Thema des Vortrags von Dr. Martin Kalbe:
> Auzug aus der Präsentation
>



Interview mit Dr. Martin Kalbe
Teil 2


Wie kam es zustande, dass Sie an unserer Schule einen Vortrag halten konnten?

Das hat die Schule ausgesucht. Auf der Hauptversammlung der Max-Planck-Gesellschaft wird nach Themen für Vorträge an Schulen gefragt. Die eingereichten Vorschläge wurden dann wohl den Schulen zugänglich gemacht, die dann die Themen ausgesucht haben


Wie groß ist der Unterschied, solch einen Vortrag vor Schülern zu halten?

Der große Unterschied ist eigentlich der, dass man, wenn man vor Wissenschaftlern einen Vortrag hält, dieser oft ein sehr spezielles Thema hat und man relativ viel Fachwissen voraussetzen kann. Es kommt darauf an, dass man möglichst präzise die Versuchsergebnisse – meistens von nur einem Versuch – darstellt.

Das ganze steht sehr viel mehr unter Zeitdruck. Auf internationalen Konferenzen hat man ca. 12 Minuten Zeit, in denen man dann auf Englisch sowohl eine Einleitung geben muss, woran man arbeitet, welchen Sachverhalt man als Problem ansieht und wie man das Problem lösen könnte. Man kann dann seine Ergebnisse vorstellen und hat kurz Zeit diese zu interpretieren. Ein Vortrag hier in der Schule sieht natürlich völlig anders aus.


Alec + Pascal, Webteam, August + September 2006