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SV wird Pate für einen Stolperstein

 



> Einleitung
> Die Aktion Stolpersteine
> Kurzbiografie von Adele Lazarus

Einleitung

Vermeintlich so fern und abstrakt anmutende Geschichte, die uns in Büchern und Zeitungen entgegentritt, fand - und findet - auch bei uns zu Hause statt. So gab es selbstverständlich auch in Langen ab 1933 die Herrschaft der Nazis. Auch hier gab es Hass, Ausgrenzung, Verfolgung und Tod.

Langen war bereits 1938 "judenfrei". Schon bis zu diesem relativ frühen Zeitpunkt hatten in unserer Gemeinde die jüdischen Mitbürger dem Druck des braunen Mobs unter dem begleitenden Wegsehen der übrigen Bevölkerung nicht mehr standhalten können.

Die Aktion Stolpersteine

Die Aktion Stoplersteine ist eine Privatinitiative zur Bewahrung des Gedächtnisses der Opfer des NS-Regimes. Für die ehemaligen Mitbürger wird hierbei zur steten Erinnerung ein Stein in das Pflaster eingelassen, der ihren Namen auf einer Bronzeplatte nennt.

Die SV der Dreieichschule in Langen hat sich entschlossen, mit der Patenschaft für einen dieser Steine ein Bekenntnis abzulegen, dass das Unrecht, das von Deutschen ausging, niemals vergessen werden darf und wird. Um Vergleichbares niemals wieder geschehen zu lassen, ist es eine Grundvoraussetzung, die Erinnerung zu bewahren.

Unsere Generation hat zwar keine Schuld,
aber wir haben eine Verantwortung vor der Geschichte
und eine Verantwortung für die Zukunft!

Der Stein, für den die SV Pate ist, wurde für

Adele Jette Lazarus (geb. Gombrich) in der Rheinstraße 6 gesetzt


Frank Fleischer und Christoph Schulz bei der Steinverlegung am 8. März 2007
mit Adele Lazarus' Gedenkstein

Kurzbiografie von Adele Lazarus

Sie wurde am 4. November 1877 in Würzburg geboren, heiratete ca. 1904 den Kaufmann und Fabrikanten Siegfried Lazarus, dessen Familie seit 1819 in Langen feststellbar ist.

Am 15. November 1938 meldete sich die Familie nach Frankfurt um. Das Langener Haus und die Firma mussten an den ehemaligen Angestellten Wilhelm Battenhausen zu einem Spottpreis zwangsverkauft werden.

Am 16. September 1942 wurden Siegfried und Adele nach Theresienstadt deportiert. Adele starb dort am 6. Februar 1943, Siegfried am 4. Februar 1944.

SV, 8.3. 2007