Europafahrt 2026

Vom 12.01.2026 bis zum 16.01.2026 fuhren 46 Schülerinnen und Schüler, vorrangig des Geschichte-Leistungskurses von Frau Hensel und des PoWi-Leistungskurses von Frau Siebold unter der Leitung von Herr Habermann nach Saarbrücken auf ,,Europafahrt‘‘.

Ziel der Europafahrt war es, den Schülerinnen und Schülern Europa nicht nur als abstraktes Konstrukt, sondern auch greifbar vor Ort nahezubringen. Durch den Besuch von politisch und historisch bedeutenden Orten sollten die Themen Krieg, Frieden, Verantwortung und Europäische Zusammenarbeit greifbar gemacht werden. Gleichzeitig bot sich durch die Fahrt die Möglichkeit, das eigene Europaverständnis zu reflektieren und sich bewusst mit der Bedeutung Europas für die Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen.
Mit dem Ziel, die Vielsichtigkeit Europas zu begreifen, gingen die Schülerinnen und Schülern bereits am ersten Tag in die Saarbrücker Innenstadt, um Einheimische zu politischen und historischen Themen rund um Europa zu befragen: Hierbei ergab sich, dass politische Meinungen und historische Erfahrungen oft eng mit regionaler Identität und Heimatverbundenheit zusammenhängen. Das Saarland steht hierbei exemplarisch durch seine Geschichte und als Grenzregion für die europäische Verflechtung und die Entwicklung der EU.

Einer der zentralen Schwerpunkte der Europafahrt war die Auseinandersetzung mit den Weltkriegen: Durch den Besuch von Kriegsschauplätzen und Bunkern wie dem Ouvrage de la Falouse und dem Wald von Caures in Verdun sowie von Soldatenfriedhöfen wie dem Beinhaus von Douaumont und dem American Cemetery in Luxemburg wurde das Ausmaß der Zerstörung und Gewalt eindrücklich erfahrbar. Vor allem die emotionale Wirkung dieser Orte verdeutlichte, welche menschlichen Folgen die Weltkriege für Europa hatten. Außerdem wurde unterstrichen, wie wichtig Erinnerung für was machst du? das europäische Miteinander ist.

Neben der historischen Perspektive spielte auch der wirtschaftliche Wandel eine wichtige Rolle für Europa und die EU, welche ursprünglich als Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet wurde: Am Beispiel der Völklinger Hütte, dem weltweit einzigen vollständig erhaltenen Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung, wurde die Verbindung des strukturellen und wirtschaftlichen Wandels verdeutlicht. Die Schülerinnen und Schülern nahmen hierbei an einer Führung durch das ehemalige Stahlwerk teil, in der sie sich mit dem Industriewandel in den verschiedenen Phasen der deutschen Geschichte und die des Stahlwerks auseinandersetzten.

Ein weiterer bedeutender Impuls der Fahrt war der Besuch des Europäischen Gerichtshof: Er verdeutlichte, dass Europa nicht nur ein historisches Ideal (historisch wichtig), sondern ein aktives politisches Projekt ist, das durch Realpolitik, gemeinsame Regeln und die Vision, eine Utopie schrittweise real umzusetzen, getragen wird.

Begleitet wurde jeder Programmpunkt von Seminaren und Diskussionen, in denen die Schülerinnen und Schülern ermutigt wurden, ins Gespräch zu kommen: Hierbei entstanden intensive Auseinandersetzungen mit Europas Vergangenheit, dem aktuellen Stand der EU und möglichen Zukunftsaussichten.

Insgesamt vermittelte die Europafahrt nicht nur Wissen, sondern setzte Anreize, über die Verantwortung für Frieden und europäischen Zusammenhalt nachzudenken. Sie hinterließ außerdem bei den Teilnehmenden ein tieferes Verständnis für Europa als gemeinsames Projekt der Zukunft.

Barbara Fricke, Q1-HEN
Adam Vesper, Q1-HEN